Janine Braunshausen und Anke Wildner streicheln zwei Ziegen (Foto: SR / Julia Becker-Maleska)

40 Jahre Kinder- und Jugendfarm Saarlouis

Julia Becker-Maleska / Onlinefassung: Jil Kalmes   20.09.2022 | 10:09 Uhr

Die Kinder- und Jugendfarm in Saarlouis wird 40 Jahre alt. Was man hier alles machen kann und wie Kindern und Jugendlichen geholfen wird, das hat sich SR-Reporterin Julia Becker-Maleska angeschaut.

Die Kinder- und Jugendfarm ist einzigartig im Saarland – und dieses Jahr feiert sie 40-jähriges Bestehen. Petra Preßmar-Brun, seit 2008 erste Vorsitzende des Vereins, kennt die Farm schon seit über 20 Jahren. Sie kam schon mit ihrer Tochter hierher und sagt: "Es ist eine Oase für Kinder, die man unbedingt erhalten muss."

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40 Jahre Kinder- und Jugendfarm in Saarlouis
Audio [SR 3, Julia Becker-Maleska, 20.09.2022, Länge: 02:57 Min.]
40 Jahre Kinder- und Jugendfarm in Saarlouis

"Abenteuerspielplatz mit Tierfarm"

Hinweisschilder auf der Kinder- und Jugendfarm in Saarlouis (Foto: SR / Julia Becker-Maleska)

Egal ob mit Schweinen, Pferden, Ziegen oder Enten: Kinder sollen ohne Zwang in Kontakt mit Tieren und Natur kommen und von ihnen lernen – so das Ziel der Kinder- und Jugendfarm in Saarlouis.

Gemeinsam mit den Pädagoginnen können sich Kinder und Jugendliche mit dem artgerechten Versorgen von Tieren auseinander setzen.

Dafür sind zwei feste Mitarbeiterinnen angestellt: Janine Braunshausen und Anke Wildner. Sie bringen den Kindern und Jugendlichen auch Sachkunde zu den verschiedenen Tierarten bei – und zeigen auch, wie viel Arbeit Tiere sein können.

(Ein achtsamer Umgang mit Natur und Umwelt werde immer wichtiger, erzählt Janine Braunshausen. Das gehöre für sie einfach ganz vorne mit dazu.)

Diversität lernen mit Enten

Eine Lernmöglichkeit bietet der Ententeich. Hier gibt es zwei verschiedene Arten, die einen erkennbaren Unterschied beim Laufen aufweisen. Das sehen auch die Kinder. Was man auch erkennt: die eine Ente versucht sich der anderen in ihrer Laufart anzupassen – obwohl sie das gar nicht bräuchte.

Die Kinder kommen oft von selbst darauf, dass die Ente, die anders läuft, auch schön ist. So lernen sie spielerisch was Diversität bedeutet. "Jeder darf so sein wie er möchte, egal ob Mensch oder Tier", sagt Anke Wildner.

Tiere als Co-Pädagogen und Türöffner

Das bestehende Angebot soll demnächst weiter ausgebaut werden. Janine Braunshausen hat eine Weiterbildung zur tiergestützten Pädagogin gemacht. Damit könne sie Kinder in schwierigen Situation begleiten – zum Beispiel familiäre Belastungen oder Kinder mit Angststörungen – und ihnen mit Hilfe der Tiere ein Stück an Selbstwert und Selbstbewusstsein zurückgeben. Die Tiere könne man als Co-Pädagogen ansehen, erzählt sie.

Drei Enten liegen oder stehen auf dem Boden (Foto: SR / Julia Becker-Maleska)

Es gibt allerdings einen Unterschied. Alle anderen Angebote seien offene, ungerichtete Tier-Mensch-Begegnungen. Die neue Tierpädagogik hat allerdings ein vorher klar definiertes Ziel. Tiere können als Türöffner agieren und den Kindern das Reden über schwierige Themen erleichtern, so Janine Braunshausen.

Ein Thema in der Sendung "Bunte Funkminuten" am 20.09.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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