Wanderer an einem See im Wald (Foto: SR)

Corona sorgt für Probleme beim Saar-Tourismus

  15.07.2020 | 17:19 Uhr

Urlaub in Zeiten von Corona: Während Ostseestrände und bayerische Wanderwege überlaufen sind, wird in Mitteldeutschland kaum ein Tourist gesichtet. Auch im Saarland spürt man die Auswirkungen, wenn auch nicht so dramatisch.

Neben den traditionellen Herkunftsländern der Saarland-Urlauber – Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz – verzeichnen Hotels, Restaurants und Ausflugsziele in diesem Jahr auch vermehrt Gäste aus Ostdeutschland, Hamburg und Bayern. Zu diesem Ergebnis kommt Birgit Grauvogel, Leiterin der Tourismuszentrale Saar, im SR-Interview.

Zurückhaltung bei Restaurants

Die saarländischen Sehenswürdigkeiten hätten sich so gut wie möglich auf die Corona-Bedingungen eingestellt. „Wir hatten da auch Orientierungshilfen zur Verfügung gestellt“, so Grauvogel. Dazu habe man sich auch eng mit den Landkreisen abgestimmt.

Zurückhaltung verspüren nach den Worten Grauvogels die Restaurants, vor allem jene ohne Außenbestuhlung oder mit kleinen Räumlichkeiten. „Im Moment ist es so, dass tatsächlich viele Gäste sagen: Solange die Regeln noch so sind, sind sie vorsichtig und kommen nicht unbedingt.“ Einige Betriebe hätten eine gute bis sehr gute Buchungslage, ähnlich wie vor der Krise. „Aber ein großer Teil zumindest derjenigen, die auf eine kleine Blitzumfrage, die wir gemacht haben, geantwortet haben, meldete schon, dass sie noch mit zusätzlichen Maßnahmen versuchen müssen, Gäste anzusprechen, vielleicht auch andere Zielgruppen als bisher, vielleicht auch jüngere Leute.“

Nach wie vor „Saarvoir vivre“

Das „Saarvoir vivre“, schätzt Grauvogel, habe aber unter der Pandemie nicht gelitten. „Wenn ich über den St. Johanner Markt schlendere oder über andere Plätze mit viel Außenbestuhlung, hatte ich bei dem guten Wetter nicht den Eindruck, dass man sich die gute Laune und die Sommerstimmung hat nehmen lassen.“

Spezielle Werbeaktionen, wie sie einige besonders abgelegene französische Départements gestartet haben, plant die Tourismuszentrale derzeit nicht. Grauvogel verweist auf die laufende „Urlaub dahemm“-Kampagne mit speziellen Angeboten, die sich vor allem an Saarländer richten. Erst in fernerer Zukunft plane man eine größere, deutschlandweite Kampagne, um die Besonderheiten des Saarlandes als Kurzurlaubsregion hervorzuheben.

Über dieses Thema hat auch die SR3 Region am Nachmittag vom 15.07.2020 berichtet.

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