Krähen in Bübingen (Foto: SR/Felix Schneider)

Krähenplage: Abschussberechtigt sind nur Jäger

mit Informationen von Lisa Krauser   28.10.2021 | 12:50 Uhr

Landwirte im Saarland sollen in Zukunft schneller die Möglichkeit haben, Krähen von Jägern abschießen zu lassen, wenn diese über ihre Acker herfallen und Schaden droht. Im Umweltministerium wird dazu derzeit eine neue Regelung erarbeitet. Dass Landwirte selbst Jagd auf die Krähen machen, wird jedoch auch weiterhin verboten bleiben.

Die saarländischen Landwirte haben es dieses Jahr wirklich nicht leicht: Schon der viele Regen hat ihnen zu schaffen gemacht und dann gab es große Probleme mit Saatkrähen. Auf etlichen Ackerflächen gab es Totalausfälle, weil die Krähen die Samen frisch nach der Aussaat wegpickten. Der Schaden beläuft sich laut Bauernverband auf 40.000 Euro. Besonders betroffen sei die Maisaussaat gewesen. 65 Hektar Totalausfälle habe es hier gegeben.

Video [aktueller bericht, 28.10.2021, Länge 3:00 Min.]
Diskussion um Bekämpfung von Saatkrähen

Der Bauernverband hatte deshalb einen runden Tisch mit Umweltministerium und Natuschutzverbänden gebeten. Nun hat man sich darauf geeinigt: Die Landwirte sollen in Zukunft schneller die Möglichkeit haben, Krähen von einem Jäger abschießen zu lassen.

Schnellere Abschussgenehmigungen geplant

Krähenplage: Abschussberechtigt sind nur Jäger
Audio [SR 3, Studiogespräch: Simin Sadeghi/Lisa Krauser, 28.10.2021, Länge: 03:00 Min.]
Krähenplage: Abschussberechtigt sind nur Jäger

Damit Jäger Krähe abschießen dürfen, braucht es eine Ausnahmegenehmigung vom Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz (LUA). Und das sei schon seit vielen Jahren so, sagt Helga May-Didion, Abteilungsleiterin Naturschutz im saarländischen Umweltministerium.

Wenn Landwirte ein akutelles Problem mit Krähen haben, müssen sie beim LUA anrufen, das dann eine mündliche Genehmigung erteilt. Das Problem hierbei war: Wenn der Krähen-Überfall am Wochenende erfolgte, war beim LUA niemanden zu erreichen.

Nun wird geprüft, ob eine Ausnahmegenehmigung möglich ist, die es besonders betroffenen Landwirten bei akut drohendem Schaden erlaubt, sofort zu handeln und einen Jäger zu beauftragen.

Alternativen zum Abschuss

Bevor die Vögel zum Abschuss freigegeben werden sind die Landwirte angehalten zu versuchen, die Tiere nur zu verjagen - beispielsweise durch Schussanlagen mit Platzpatronen. Allerdings sind Krähen kluge Tiere und laut Umweltministerium merken die sehr schnell, wenn keine wirkliche Gefahr droht.

Was sagen denn Naturschutzverbände?

In allen anderen Flächenländern dürfen Krähen laut Jagdgesetz regulär gejagt werden. Im Saarland ist das anders. Hier ist eine Ausnahmegenehmigung nötig und der NABU möchte, dass das so bleibt. Selbst wenn die Genehmigung jetzt schneller erteilt werden könnte, ist das für den Naturschutzbund immer noch das mildere Verfahren. Es gibt aber auch Tierschutzverbände, für die ein Abschuss der Tiere absolut inakzeptabel und ehtisch abzulehnen sei.

Ursachen für die hohen Schäden

Die Population der Krähen ist in den letzten Jahren im Saarland konstant geblieben, Dass die Landwirte zurzeit verstärkt mit der Plünderung der Felder durch die Tiere zu kämpfen haben, liege daran, dass das Pflanzenschutzmittel "Mesurol" nicht mehr zum Einsatz komme, sagt Vogelexperte Rolf Klein. Das Mittel habe die die Tiere vom Fressen abgehalten.

Ein Thema auf SR 3 Saarlandwelle am 28.10.2021 in der Sendung "Region am Mittag".

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