Krähen in Bübingen (Foto: SR/Felix Schneider)

Saatkrähen machen zunehmend Probleme

Andree Werner mit Informationen von Lena Schmidtke   07.10.2021 | 07:49 Uhr

Die Landwirte haben es dieses Jahr wirklich nicht leicht: schon der viele Regen hat ihnen zu schaffen gemacht - jetzt machen ihnen die Saatkrähen Probleme. Auf etlichen Ackerflächen gab es Totalausfälle, weil die Krähen die Samen frisch nach der Aussaat wegpickten.

Landwirt Karsten Schmeer vom Hof in den Birken in Bischmisheim baut auf seinen Ackern Futtermais für seine Kühe an: rund 275 Hektar bewirtschaftet er, davon sind fast 6,7 Hektar den Krähen zum Opfer gefallen. Doppelt Arbeit, doppelt Kosten. Rund 3000 Euro hat er extra reingesteckt. Und bekommt gleichzeitig nur halben Ertrag raus: der neue Mais wurde einen Monat später eingepflanzt, ist nicht mehr so gut gewachsen. Insgesamt rechnet er mit gut 8000 Euro Verlust.

Problem ist bekannt

Karsten Schmeer ist nicht alleine mit seinem Problem. Laut Bauernverband Saar sind insgesamt 20 Betriebe im Saarland betroffen. Obst, Gemüse und Sonnenblumen hätten gelitten, am schlimmsten aber der Mais. Auf über 65 Hektar Ackerfläche gab es demnach Totalausfälle durch Saatkrähen, weitere 20 Hektar wurden teilweise beschädigt.

Audio

Landwirtschaft: Saatkrähen machen zunehmend Probleme
Audio [SR 3, (c) SR 3 Lena Schmidtke, 07.10.2021, Länge: 03:18 Min.]
Landwirtschaft: Saatkrähen machen zunehmend Probleme

Ursachen

An zu vielen Tieren soll es nicht liegen - die Population ist in den letzten Jahren im Saarland konstant geblieben, so Vogelexperte Rolf Klein. Vielmehr läge es unter anderem an dem Pflanzenschutzmittel "Mesurol", das nun vom Markt verschwunden ist. Dieses hatte bislang auch Schutz vor hungrigen Krähen geboten. So fordern einige Landwirte nun ein neues Pflanzenschutzmittel, das Krähen wieder vom Fressen abhält. Doch derzeit sei nichts in Sicht.

Ausblick

Eine zufriedenstellende Lösung gibt es Stand jetzt also nicht. Bauernverband Saar, Landwirtschaftskammer, NABU, BUND, VJS und Umweltministerium kennen das Problem aber und arbeiten nun gemeinsam an Maßnahmen. So sei zum Beispiel eine Sondergenehmigung zur Vergrämung von Krähen denkbar, denn nach wie vor stehen Krähen unter Naturschutz und dürfen nicht einfach so geschossen oder getötet werden.

Ein Thema auf SR 3 Saarlandwelle am 07.10.2021 in der Sendung "Region am Mittag".

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