Eine Schülerin der fünften Klasse eines Gymnasiums hebt im Unterricht den Finger. (Foto: picture alliance / Daniel Karmann/dpa | Daniel Karmann)

Neustart G9: Was ändert sich?

Andree Werner mit Informationen von Eva Lippold   05.09.2022 | 09:17 Uhr

Die Rückkehr zu G9 im Saarland ist beschlossene Sache. Doch was heißt das für Lehrer und Schüler, die nun an den saarländischen Gymnasien in G9 starten? Was von der Reform ist bereits beschlossen? Wie wird es an den Schulen umgesetzt?

Auch wenn der Wechsel von G8 zu G9 beschlossen ist, viel ändert sich laut den Recherchen von SR 3-Reporterin Eva Lippold aktuell an den Schulen noch nicht. Bei den Stundentafeln und Lehrplänen gibt es in diesem Schuljahr faktisch keine Änderungen.

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Neustart G9: Was ändert sich?
Audio [SR 3, Eva Lippold, 05.09.2022, Länge: 03:59 Min.]
Neustart G9: Was ändert sich?

Die jetzigen Fünft- und Sechstklässler hätten exakt dieselben Stundenpläne wie die Schüler in den ganzen Jahrgängen zuvor, sagt beispielsweise der Schulleiter des Saarbrücker Gymnasiums am Rotenbühl.

Größte Entzerrung erst in Klassenstufen 7 bis 9

Die größte Entzerrung soll es aber ohnehin erst in den Klassenstufen 7 bis 9 geben – nämlich von bisher 32, 33 bzw. 34 Wochenstunden auf 30 Wochenstunden. Der Unterrichtsstoff wird auf die dann zusätzliche Klasse 10 gestreckt.

Über die ganze Sekundarstufe 1 gesehen soll es zwar durch die Reform künftig für Gymnasiasten 19 Jahreswochenstunden mehr geben. Diese zusätzliche Unterrichtszeit wird aber durch das zusätzliche Schuljahr deutlich entzerrt.

Jahreswochenstunden

Die Jahreswochenstunden sind die Summe aller Wochenstunden aller Jahrgänge in der Sekundarstufe. Während dieser Wert auf einen Jahrgang gesehen kleiner wird, also in Klasse 7 etwa von bisher 32 auf 30 reduziert werden soll, wird er über alle Jahrgänge gesehen durch das zusätzliche Schuljahr größer: von aktuell 159 auf 178 Jahreswochenstunden.

Es gibt also künftig über die ganze Schulzeit gesehen mehr Unterricht. Und diese zusätzlichen 19 Stunden verteilen sich dann vor allem auf den Informatikunterricht und Fächer wie Deutsch, Mathe, Sport, MINT, Politikunterricht und Fremdsprachen. Die genaue Verteilung wird erst im Herbst mit dem Rechtsetzungsprozess festgelegt.

Auch inhaltlich eine Reform?

Neben mehr Unterricht soll es auch neue Schwerpunkte geben, wie Medienbildung und nachhaltige Entwicklung, die sich gleich in den Lehrplänen mehrerer Unterrichtsfächer niederschlagen sollen.

Und dass Informatik ab kommenden Schuljahr zum Pflichtfach wird und es zum Beispiel mehr Politikunterricht geben wird, sind auch inhaltliche Veränderungen, die bereits lange gefordert wurden

Ein Thema auf SR 3 Saarlandwelle am 05.09.2022 in der Sendung "Bunte Funkminuten".

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