Symbolbild: Bushaltestelle (Foto: SR / Felix Schneider)

Warten auf das Neun-Euro-Ticket im Saarland

mit Informationen von Maureen Welter   31.03.2022 | 16:00 Uhr

Der Krieg in der Ukraine wirkt sich bis zu uns in Saarland aus. Das merken wir zum Beispiel an den hohen Gas- und Spritpreisen an der Tankstelle. Der Bund will die Bevölkerung finanziell entlasten und zudem eine umweltfreundlichere Alternative für die Fortbewegung anbieten: das Neun-Euro-Ticket. Damit soll der ÖPNV attraktiver gemacht werden. Doch bis es soweit ist, kann es noch dauern.

166 Euro kostet aktuell eine Monatskarte ohne Abo für das gesamte Saarland. Das soll sich mit Unterstützung der Bundesregierung ändern – zumindest zeitweise. Ein ÖPNV-Ticket mit dem knackigen Namen: "9 für 90".

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Bus und Bahn für 9 Euro? Neues Ticket soll ÖPNV attraktiver machen
Audio [SR 3, Maureen Welter(c) SR, 31.03.2022, Länge: 02:51 Min.]
Bus und Bahn für 9 Euro? Neues Ticket soll ÖPNV attraktiver machen

Noch viele Unklarheiten

Doch noch ist nicht klar, wie weit man mit diesem Ticket fahren kann. Jürgen Barke, Staatssekretär unter anderem für Verkehr, wünscht sich ein Neun-Euro-Ticket, mit dem man auch bis nach Rheinland-Pfalz oder Frankreich kommt.

Unklar ist außerdem, ob es nicht günstiger gewesen wäre, das Ticket einfach komplett gratis anzubieten. So wären viele Verwaltungskosten weggefallen, sagt Barke dem SR: „Ich glaube, dass es deutlich weniger Aufwand gewesen wäre, aber so, wie es jetzt in den Markt kommt, ist es vom Koalitionsausschuss entschieden worden. Ich denke nach reiflicher Diskussion und aus guten Gründen."

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hält dagegen, dass die Verkehrsbetriebe dann nicht mehr wüssten, wie viele Menschen im Nahverkehr unterwegs seien. Es sei dann schwer einzuschätzen, ob ggf. mehr Busse und Bahnen eingesetzt werden müssten. Denn mit dem günstigeren Preis würden bestimmt auch mehr Fahrgäste kommen. Neben der finanziellen Entlastung soll das Ticket nämlich auch Werbung für den ÖPNV sein.

Ein Grund, warum das Ticket jetzt noch nicht zu haben ist, könnte sein, dass der ÖPNV sich nicht ideal präsentieren könne, so Barke. Es ginge ja auch darum, die Menschen langfristig an den ÖPNV zu binden. Um Bus und Bahn attraktiver zu machen, müsse jedoch noch einiges geschehen.

Fehlende Infrastruktur auf dem Land

Das Hauptproblem im eher ländlichen Saarland liegt jedoch woanders, nämlich bei der fehlenden Infrastruktur. Erhard Pitzius ist Vorsitzender der Plattform Mobilität – einem Verein, der sich für einen besseren ÖPNV im Saarland einsetzt. Er weist auf das aus seiner Sicht grundlegendere Problem hin: Erst müsse das Netz ausgebaut – dann Preise gesenkt werden: „Zu wenig Busse gibt es nicht – die Linienführung ist teilweise sehr schlecht."

Nur: Preise senken geht natürlich schneller als neue Buslinien anlegen. Das Ticket könnte eventuell Anfang Mai kommen. Klar ist: Alle sollen davon profitieren. Auch die, die schon jetzt ein Abo für den ÖPNV haben.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 31.03.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.


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