Die gute Nachricht (Foto: SR)

Weniger seismische Wellen in Coronakrise

 

Montag, 27.04.2020

Weniger seismische Wellen in Coronakrise

Menschliche Aktivitäten lassen den Boden vibrieren, in Zeiten von Corona allerdings viel weniger als sonst. Erdbebenforscher sehen an ihren Messgeräten erstaunliche Effekte. Wer in der Nähe einer Bahnstrecke entlangläuft, spürt es am eigenen Leib: Sobald sich ein Zug auch nur nähert, beginnt der Untergrund zu schwingen. Was wir kaum merken: aber Industriebetriebe, der Straßenverkehr, Flugzeuge oder eine Waschmaschine im Schleudergang sorgen für Vibrationen, die auch von den Seismometern aufgezeichnet werden. Seismologen aus Belgien, Italien, der Schweiz oder den USA berichten nun davon, dass ihre Seismometer weniger Hintergrundrauschen aufzeichnen. Das Schweigen hat für die Forschung Vorteile: Eine Seismologin schreibt auf Twitter, dass sie und ihre Kollegen jetzt auch seismische Wellen von kleineren oder weit entfernten Erdbeben besser erkennen könnten. "So wie man in einer Bibliothek sein Telefon besser hört als bei einem Rockkonzert, kann man Erdbeben besser erkennen, wenn das seismische Rauschen geringer ist."


Samstag, 25.04.2020

Hilfe bei Muskelschwund

"Muskelatrophie" ist eine schreckliche Diagnose. Menschen mit dieser Krankheit verlieren nach und nach ihre Muskeln, sie können auch nicht mehr schlucken, am Ende ersticken sie. (Auch wir hier am SR haben das miterlebt: Unser früherer Intendant hat unglaublich tapfer bis ganz zum Schluss durchgearbeitet.) Jetzt gibt es ein Medikament, das den Musikelschwund zumindest aufhält. Es heißt Spinraza und ist derzeit noch sehr teuer - aber: es hilft.

Spinraza ist eine Injektionslösung. Die Injektion erfolgt als Lumbalpunktion in die Flüssigkeit, die das Rückenmark umgibt. Der Abstand zwischen den Behandlungen beträgt zunächst 14 Tage, dann 30 und 60 Tage. Anschließend wird Spinraza alle vier Monate verabreicht. Die Kosten für das erste Jahr liegen bei etwa 540.000 Euro, die Erhaltungstherapie wird auf etwa 270.000 Euro für drei Spritzen beziffert.


Freitag, 24.04.2020

Statt Touristen seltene Meeressäuger an Thailands Traumstränden

Die Coronavirus-Pandemie bringt an die für Touristen gesperrten Strände Thailands seltene Meeressäuger zurück. Das Ministerium für Naturparks veröffentlichte ein Drohnenvideo, das eine große Herde von Dugongs zeigen. Die Dugongs gehören zu einer gefährdeten Art de Seekühe. Wissenschaftler sagen, das sei sehr ungewöhnlich. Die Dugongs seien nämlich sehr empfindlich bei Menschen oder etwa Schnellbooten. Die Strände von Thailand sind derzeit menschenleer. So seien jetzt wieder Schwarzspitzenhaie gesichtet worden und erstmals auch wieder Schwertwale.


Donnerstag, 23.04.2020

„Einhandteller“ für Menschen mit Einschränkungen

Marie Ruddeck und Marcel Dittrich wollen mit ihrem Startup „Frau Kettner“ den Alltag von Menschen mit Einschränkungen erleichtern. Ihr erstes Produkt ist der sogenannte Einhandteller. Dieser hat einen hoch gezogenen Rand und mehrere Noppen - versetzt - auf dem Teller selbst. Da kann man was dazwischen klemmen, zum Beispiel ein Schnitzel, und es mit einer Hand schneiden. Der hoch gezogene Rand dient dazu, dass man etwa seine Erbsen nicht stundenlang mit der Gabel verfolgen muss. Das Startup hat bereits weitere Ideen wie ein Einhand-Schneidebrett. Das ist praktisch für Rehakliniken, Krankenhäuser und Menschen, die sich zu Hause irgendwie behelfen müssen.


Mittwoch, 22.04.2020

Verändertes Enzym recycelt Kunststoff in Rekordzeit

Da heißt es immer, Plastikmüll verrottet nicht. Ja! Aber Forscher aus Frankreich haben jetzt ein altes Enzym neu entdeckt: LCC (Leaf-Branch Compost Cutinase) ist ein Enzym, das die Schutzschicht von Blättern kleinkriegt. Und dieses Enzym macht auch dem Plastik den Garaus. Der Einsatz von LCC beim Recycling könnte einige Vorteile haben: So müssen die Plastikflaschen nicht mehr sortiert werden. Das Enzym ignoriert nämlich Farben und andere Kunststoffe. Das Ziel ist nun die Entwicklung im großen Stil: In vier, fünf Jahren soll der Plastikvernichter im industriellen Maßstab einsatzbereit zu sein.


Montag, 20.04.2020

Forscher aus Saarbrücken finden super-effiziente Entsalzungstechnik

Das Leibniz-Institut für Neue Materialien und die Universität des Saarlandes haben jetzt ein neues Verfahren zur "elektrochemischen Wasserentsalzung" vorgestellt. Salz ist nicht nur Bestandteil von Meerwasser, es findet sich zum Beispiel auch in Industrieabwässern, die in vielen Fällen in Flüsse eingeleitet werden. Dadurch steigt der Salzgehalt der Flüsse selbst, aber auch Seen und nicht zuletzt das Grundwasser sind betroffen. Um dieses sogenannte Brackwasser von Salzen zu reinigen, haben sich elektrochemische Verfahren bewährt. Die kommen gänzlich ohne Zusatz von Chemikalien aus. Zudem sind sie extrem energieeffizient. Die Forscher kamen jetzt auf die Idee, mit Zink und Luft zu arbeiten. Die daraus resultierende Entsalzungsleistung ist mit 1300 mg pro Gramm Elektrodenmaterial allen bisherigen Verfahren weit überlegen und eröffnet ganz neue Wege und Möglichkeiten.


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