Die gute Nachricht (Foto: SR)

Die Woche vom 04. bis 09. Februar 2019

 

Samstag, 09.02.2019

Austauschprogramm Erasmus mit Teilnehmerrekord

Da sieht man mal, wie offen junge Menschen für die Welt sind: Das Austauschprogramm "Erasmus" der EU meldet für 2017 einen neuen Teilnahme-Rekord! Laut EU-Kommission haben fast 800.000 Studierende eine finanzielle Förderung für Auslands-Semester erhalten. Das sind zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Die meisten stammen aus Frankreich, Deutschland und Spanien. Spanien ist auch das beliebteste Ziel der jungen Leute, Deutschland liegt bereits an zweiter Stelle.


Freitag, 08.02.2019

Sikkim: Erster Staat mit 100 Prozent Bio-Landwirtschaft

Der erste Staat mit 100 Prozent Bio-Landwirtschaft ist Ihrer Meinung nach wo? Hinweis: nicht in Europa! Der Staat heißt Sikkim, war früher ein eigenständiges Königreich zwischen Nepal und Bhutan und ist heute der zweitkleinste Bundesstaat von Indien. Vor drei Jahren hatten Indien und Sikkim erklärt: die gesamte Landwirtschaft dort werde auf biologischen Anbau umgestellt. Also: kein Kunstdünger und keine chemischen Pflanzenschutzmittel auf den Feldern. Damit ist Sikkim der erste Staat weltweit, der von sich aus zu einhundert Prozent auf Biolandwirtschaft umgestellt hat. Auch der Nachbarstaat Bhutan hat´s inzwischen übrigens gemacht. Und völlig freiwillig. Respekt!


Donnerstag, 07.02.2019

Azubi-Löhne steigen wieder

In vielen Branchen gibt es zuwenig Nachwuchs - für die Azubis eine gute Sache, denn wie versuchen die Firmen den Nachwuchs zu locken? Mit Geld. Das bedeutet, dass die Ausbildungslöhne und -gehälter steigen, das hat das Handelsblatt herausgefunden. Lehrlingslöhne sind im letzten Jahr um fast 4 Prozent gestiegen. Das war deutlich mehr als im Jahr vorher - da waren es knapp 3 Prozent. Im Westen liegt der Azubi-Lohn im Schnitt bei rund 900 Euro Brutto, im Osten sind es ca. 860 Euro.


Mittwoch, 06.02.2019

Schnorbach Vorreiter beim Umweltschutz

In der Hunsrückgemeinde Schnorbach stehen zwei Windräder. Davon profitiert die Gemeinde: Die Einnahmen aus der Grundstückspacht für die Windräder hat Bürgermeister Bernd Kunz nämlich zusammen mit dem Gemeinderat in einen Fördertopf für Klimaschutz investiert. Denn die Bürger beteiligen sich am Klimaschutz: Und das funktioniert: Der Klimaschutz in Schnorbach reicht vom Tausch von alten Leuchtmitteln in neue, energieeffiziente bis hin zur Anschaffung einer Photovoltaikanlage. Für die Beschaffung "Weißer Ware" wie Kühlschränke gibt es in Schnorbach einen Zuschuss der Gemeinde von je 100 Euro pro Gerät - wenn es energieeffizient ist. Auch die Gemeinde spart : fast 100 Tonnen CO² im Jahr. Das "Schnorbacher Modell" hat sich als sehr effektiv erwiesen. Mittlerweile haben sich etwa 40 Hunsrücker Kommunen davon selbst überzeugt und sich entschlossen, ebenfalls nach diesem Modell zu fördern. Klar, dass das preiswürdig ist: Die Hunsrückgemeinde ist bereits mehrfach ausgezeichnet worden.


Dienstag, 05.02.2019

Bio-Bauer Karsten Ellenberg: "Der Kartoffelkrieger"

Was meinen Sie, was für Kartoffelsorten es früher so gab? Fest kochend, mehlig kochend und überwiegend fest kochend? Nein! Mindestens 150 verschiedene Sorten! Die wachsen heute noch alle auf dem Biobauernhof von Karsten Ellenberg in Niedersachsen. Alle in mühsamer Handarbeit gezogen. Ok, ein paar hat er selber kreiiert, etwa die "Rote Emmalie", benannt nach seiner Oma Emma. Und die Rote Emmalie war Kartoffel des Jahres 2018! Karsten Ellenberg ist aber nicht nur Züchter, sondern hat sich auch einen Namen als „Kartoffelkrieger“ gemacht – weil er die Aktion „Rettet die Linda!“ ins Leben rief. Die Sorte sollte nach 30 Jahren nicht mehr vermarktet werden. Durch unermüdliche Protestaktionen und einen sechs Jahre dauernden Rechtsstreit bewahrte der Bauer die „Linda“ vor dem Verschwinden. Ellenbergs Beharrlichkeit zeigt sich auch in seinem Kampf gegen die Saatgutindustrie: Er will unbedingt verhindern, dass die Vielfalt auf die wenigen Kartoffelsorten reduziert wird, die die Konzerne vermarkten. Ellenberg bewirtschaftet mit seinen beiden erwachsenen Söhnen und seiner Frau einen 80 Hektar großen Hof, dessen Geschichte bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Seine ersten Kartoffeln hat er im Garten als Kind angebaut: „Mein Vater hat mir das gezeigt, hat sie hochgehäufelt und kontrolliert.“ 30 bis 35 der 150 Sorten verkauft er heute in seinem Hofladen. Darunter der „Angeliter Tannenzapfen“, die „Blaue Anneliese“, „Mayan Twilight“ oder die „Schwarze Ungarin“.


Montag, 04.02.2019

Digitales Gedächtnis "RomArchive"

Was passiert mit einer Kultur, die keine schriftlichen Erzeugnisse hat, was, wenn es keine Kathedralen, Schlösser oder andere Zeugen ihrer Geschichte gibt? Sie verschwindet aus dem Gedächtnis der Menschheit. Die Sinti und Roma, früher ein fahrendes Volk, heute vielfach auch noch, andere sind längst sesshaft geworden, haben eine lange Kulturtradition - in viele Ländern Europas. Aber es gibt keine Museen, wo die Besucher mehr erfahren können. Darum gibt es jetzt die Datenbank "RomArchive". 5.000 Objekte wurden da zusammen getragen. Bilder, Texte, Videos und Audios zeugen von einer reichen Kunst- und Kulturgeschichte - und zwar aus der Sicht der Sinti und Roma selbst. Den spanischen Flamenco hätte es zum Beispiel ohne den Roma-Hintergrund nicht gegeben und viele Lieder stammen aus der Feder von Sinti und Roma. Unterstützt wird das digitale Archive von Bundespräsident Steinmeier.


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