An einem Haltegriff eines Pflegebettes in einem Seniorenheim hängt ein weißes Deko-Herz an einem roten Band. (Foto: Jonas Güttler/dpa)

50 Menschen in Tholeyer Altenheim infiziert

Mit Informationen von Lena Schmidtke   07.01.2021 | 13:29 Uhr

In einem Pflegeheim in Tholey haben sich 50 Menschen mit Corona infiziert, 42 Bewohner und acht Mitarbeiter. Das teilte der Landkreis St. Wendel am Mittwoch mit. Am Donnerstag galten 39 Bewohner und acht Mitarbeiter als aktuell infiziert, drei Menschen sind gestorben.

Offenbar wurde das Virus von einer Mitarbeiterin eingeschleppt. An Weihnachten war sie mit einem Schnelltest positiv auf Corona getestet worden. Sie wurde dann zwar sofort in Quarantäne geschickt, wahrscheinlich war die Frau aber wohl schon einige Tage infiziert und hat dann andere angesteckt, die das Virus wiederum weiterverbreitet haben.

Schwer kontrollierbar

50 Menschen in Tholeyer Altenheim infiziert
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 07.01.2021, Länge: 03:37 Min.]
50 Menschen in Tholeyer Altenheim infiziert

Der Geschäftsführer des Heimträgers GFA, Christoph Loré, sagte dem SR, wenn so ein Fall auftrete, sei das schwer kontrollierbar. „Wir leben hier in einem Gemeinschaftsbereich, dicht auf dicht die Bewohner. Das lässt sich trotz strengster Hygienemaßnahmen kaum noch kontrollierbar eindämmen.“

Durch die Pflege, so Loré, hätten die Bewohner engen Kontakt zu den Mitarbeitern. „Die Bewohner haben auch untereinander Kontakt, gerade im Doppelzimmerbereich.“

Drei Menschen gestorben

Drei Heimbewohner sind an oder mit Corona gestorben. Sie hatten schon Vorerkrankungen zu kämpfen, was zu schweren Krankheitsverläufen führen kann. Das ist auch bei weiteren Bewohnern der Fall. Genesen ist bislang keiner der Infizierten.

Die Betroffenen sind derzeit in Quarantäne, das heißt, auch acht Mitarbeiter fallen als Kräfte weg. Der Träger musste Mitarbeiter aus anderen Einrichtungen abziehen, die jetzt vor Ort unterstützen.

Impftermin abgesagt

Ein ursprünglich für den 1. Januar geplanter Impftermin war abgesagt worden. Wann er nachgeholt wird, ist noch unklar, da jetzt die Eindämmung der Infektion Vorrang hat. Frühestens Anfang Februar könnten die Bewohner geimpft werden.

Im gesamten Landkreis St. Wendel gibt es in den Alten- und Pflegeheimen derzeit 61 Coronainfizierte, davon allein die 47 im Tholeyer Heim. Zum Vergleich: Im Kreis Neunkirchen etwa haben die Heime mit insgesamt 36 Coronafällen zu kämpfen.

Mitarbeiter müssen ins Impfzentrum

Für Christoph Loré, Geschäftsführer des Altenhilfeträgers GFA, der neben Tholey auch noch ein Heim in Eppelborn betreibt, ist deshalb die Impfung umso wichtiger. „Wenn wir in absehbarer Zeit ein Stück weit Normalität zurück wollen für unsere Altenpflegeeinrichtungen, dann ist die Impfung alternativlos. Es gibt sonst keine Möglichkeit, in absehbarer Zeit sicherer und sorgenfreier in die Zukunft zu blicken.“

Deshalb freut es ihn, dass im Seniorenheim in Eppelborn am Samstag ein Impfteam vorbeikommt. Einziger Wermutstropfen: Anders als zum Beispiel in Rheinland-Pfalz werden im Saarland nur die Bewohner geimpft.

Die Mitarbeiter müssen ins Impfzentrum, was logistisch gesehen eher umständlich ist. Das sei nicht so glücklich geregelt, so Loré, „weil die Impfbeteiligung schwer steuerbar ist“.

Keine Impfpflicht

Eine Regelung, dass zum Beispiel nur geimpfte Mitarbeiter arbeiten dürfen, wird es aber eher nicht geben. Denn die Impfung ist freiwillig, und darauf haben auch Arbeitgeber keinen Einfluss.

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Über dieses Thema hat auch die SR3 Region am Mittag vom 07.01.2021 berichtet.

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