Eine französische Flagge weht auf einem Gebäude in Strasbourg (Foto: unsplash/Hassan Anayi)

Frankreich vor den Regionalwahlen

mit Informationen von Lisa Huth   19.06.2021 | 12:18 Uhr

Die nächsten Wahlen in Deutschland sind im September. In Frankreich wird am Sonntag schon gewählt – und zwar gleich doppelt. Die Regionalräte werden neu bestückt und auch die Räte der Départements. Viele Franzosen haben derzeit allerdings überhaupt keinen Kopf für die Wahl.

Ein richtiger Wahlkampf findet in Frankreich zurzeit nicht statt. Normalerweise gibt es dort große Veranstaltungen in Hallen – dieses Jahr fallen sie wegen der Coronapandemie alle aus. Die Kandidaten müssen also auf Märkte, Online-Konferenzen und Social Media ausweichen, was es ihnen schwieriger macht, ihren Bekanntheitsgrad zu erhöhen.

Rottner mit guten Chancen

Frankreich vor den Regionalwahlen
Audio [SR 3, Lisa Huth, 19.06.2021, Länge: 03:15 Min.]
Frankreich vor den Regionalwahlen

Genau das könnte Jean Rottner in die Hände spielen. Er ist in der saarländischen Nachbarregion Grand Est aus Elsass, Lothringen, Champagne-Ardennes derzeit Präsident des Regionalrates. Seine Chancen auf eine Wiederwahl stehen im Prinzip nicht schlecht. Rottner war nämlich ursprünglich Arzt. Jetzt in der Pandemie hat er auch wieder parallel als Arzt gearbeitet und viel getan, sodass er bei vielen im Gedächtnis bleibt.

Unmut über Grand Est

Allerdings ist die Pandemie nicht das einzige Thema. Was viele Franzosen immer noch beschäftigt ist, dass Grand Est vor sechs Jahren zusammengelegt wurde. Vor allem den Elsässern, aber auch vielen Lothringern gefällt das nicht und sie wollen wieder heraus aus Grand Est.

Rechtsaußen mit guten Chancen

Das könnte rechten Parteien wie dem Rassemblement National zugute kommen. Besonders entlang der Grenze sind die Rechten stark. Der Kandidat des Rassemblement National ist der frühere Direktor des Fernsehsenders TV5 Monde und heutige Marketingchef der Partei, Laurent Jacobelli. Ihm werden gute Chancen ausgerechnet. Das hat auch damit zu tun, dass die Linken Parteien seit Jahren sehr schwach sind und es den Mitte-Rechts Parteien kaum gelingt Koalitionen zu schmieden.

Weiten tritt wieder an

Was die Départementwahlen in Moselle angeht werden dem derzeitigen Präsidenten Patrick Weiten erneut gute Erfolgschancen ausgerechnet. Viele Franzosen geben allerdings an, derzeit überhaupt keinen Kopf für die Wahlen zu haben. Viele wollen ihre Stimme deswegen gar nicht erst abgeben.

Dies war auch Thema in der "Region am Mittag" am 19.06.2021 auf SR 3 Saarlandwelle.

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja