Bundespräsident Joachim Gauck entscheidet sich gegen eine erneute Kandidatur (Foto: SR)

Alt-Bundespräsident Gauck wird 80

mit Informationen von tagesschau.de   24.01.2020 | 09:46 Uhr

Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck feiert heute seinen 80. Geburtstag. Am 24. Januar 1940 wurde er in Rostock geboren. Dass er Politiker geworden ist, hatte nach seiner Aussage auch mit einem Besuch im Saarland zu tun.

Die Kindheit Gaucks war geprägt von der Abwesenheit des Vaters, der Kapitän war, und 1951 von der stalinistischen sowjetischen Geheimpolizei verhaftet und zu Zwangsarbeit verurteilt wurde. Joachim Gauck war von März 2012 bis März 2017 der elfte Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland.

Gauck fällt durch kritische Predigten auf

Alt-Bundespräsident Gauck wird 80
Audio [SR 3, (c) SR, 24.01.2020, Länge: 02:58 Min.]
Alt-Bundespräsident Gauck wird 80

Nach dem Abitur studierte Gauck evangelische Theologie. Seit 1970 war er Pfarrer in seiner Heimatstadt Rostock. In diesem Amt fiel er wiederholt durch kritische Predigten auf. 1989 leitete Gauck die wöchentlich stattfindenden Gottesdienste zur Veränderung der Gesellschaft, die in der Rostocker Marienkirche und anderen Kirchen parallel stattfanden. Unter anderem von diesen Gottesdiensten gingen die Massendemonstrationen der Rostocker im Herbst 1989 aus. Dass er sich zunehmend politisch engagierte, hat nach seiner Aussage auch mit einem Besuch in seiner frühen Kindheit im Saarland zu tun. Damals habe er den Wahlkampf um die Saar-Abstimmung miterlebt und sei dadurch politisiert worden.

Präsidentschaft im zweiten Anlauf

Am 4. Juni 2010 nominierten Grüne und SPD Joachim Gauck als Kandidaten für das Bundespräsidentenamt. Am 30. Juni gewann aber der Kandidat von Union und FDP, Christian Wulff, die Wahl. In der Bundesversammlung gratulierte Gauck dem neu gewählten Präsidenten. Als die Amtszeit Wulffs rund eineinhalb Jahre nach seinem Antritt vorzeitig vorbei war, suchte Bundeskanzlerin Merkel einen konsensfähigen Kandidaten - und wurde von SPD und Grünen, aber auch vom Koalitionspartner FDP dazu gedrängt, Gauck zu nominieren. Am 19. Februar 2012 präsentierten die Parteispitzen den 72-Jährigen als ihren Mann für Bellevue. "Was für ein schöner Sonntag" - mit diesem Satz eröffnete Joachim Gauck seine Rede, nachdem die Bundesversammlung ihn am 18. März 2012 zum 11. Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt hatte. Er erhält erwartungsgemäß schon im ersten Wahlgang die erforderliche absolute Mehrheit. Der 72-Jährige ist der bei Amtsantritt älteste Bundespräsident in der Geschichte der Bundesrepublik.

Eintritt für Menschenrechte

Auf seinen Auslandsreisen scheut Gauck nicht davor zurück, Kritik an Defiziten bei Menschenrechten oder Demokratie im jeweiligen Land anzusprechen. Als Bundespräsident war Joachim Gauck bei vielen Bundesbürgern beliebt, wie Meinungsumfragen zeigten. Am 06. Juni 2016 gibt er bekannt, dass er auf eine weitere Amtszeit verzichtet. Mit einem Großen Zapfenstreich endet am 17. März 2017 seine Zeit als Bundespräsident. 

Im März 2012 ist er angetreten und löste damals Christian Wulff ab.

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