Paragrafen-Symbole an Türgriffen. (Foto: dpa)

"Musterfeststellungsklage ist eine Sammelklage light“

Christoph Stein   09.05.2018 | 09:30 Uhr

Sie war bereits Thema seit den Koalitionsverhandlungen: die Musterfeststellungsklage. Sie soll es den Verbrauchern leichter machen, bei Vorfällen wie dem VW-Abgasskandal eine Entschädigung zu bekommen. Doch wie funktioniert sie?

Audio: Interview mit Roland Stuhr, "Verbraucherzentrale Bundesverband"

Interview: „Musterklage ist eine Sammelklage light“
Audio [SR 3, Michael Friemel, 09.05.2018, Länge: 03:31 Min.]
Interview: „Musterklage ist eine Sammelklage light“

So war es bisher

Bisher muss jeder Verbraucher bei Fällen wie dem Abgasskandal für sich persönlich als Einzelperson Klage einreichen. Jedes Verfahren wird darauf hin getrennt verhandelt, sodass es ein langwieriger, teurer Prozess ist, jedes Mal aufs Neue einem Unternehmen wie in diesem Beispiel VW zu beweisen, dass man schadenersatzberechtigt ist, obwohl Tausende das gleiche Anliegen haben. "Dass das bei solchen Massenschäden keine Lösung ist, das haben die Politiker erst in den letzten zwei bis drei Jahren erkannt", so Stuhr von der Verbraucherzentrale Bundesverband im SR 3-Interview.

Wie es zukünftig sein wird

Nun soll es endlich möglich werden, die Haftung eines Unternehmens mit einer Musterklage festzustellen. Damit könnten sich Verbraucher bei ihrer individuellen Schadenersatz-Klage direkt auf die bereits festgestellte Haftung berufen.

Die Verbraucher kämen so sehr viel schneller und unkomplizierter an ihr Geld, erklärt Stuhr.

tagesschau.de
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Das Bundeskabinett hat die Einführung der Musterfeststellungsklage beschlossen. Nicht nur im Dieselskandal können Verbraucher damit künftig einfacher ihre Rechte geltend machen.

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