Prüfsysteme für Brennstoffzellen in Fahrzeugmotoren von Bosch (Foto: SR)

Maschinenbauer setzt auf Brennstoffzellen

Karin Mayer   16.07.2021 | 16:50 Uhr

Es ist ein harter Schnitt für die Autoindustrie: Ab 2035 will die EU Benzin- und Dieselautos verbieten. Das stellt die Zulieferer und Hersteller vor Herausforderungen. Viele haben schon die Weichen auf alternative Antriebe umgestellt. Das Unternehmen Moehwald in Homburg hat den Einstieg in den neuen Markt schon geschafft.

Moehwald setzt auf Brennstoffzellen
Audio [SR 3, Karin Mayer, 16.07.2021, Länge: 03:03 Min.]
Moehwald setzt auf Brennstoffzellen
Der Homburger Sondermaschinenbauer Moehwald ist schon mittendrin in der Transformation. Die Firma stellt Prüftechnik her, mit der Automobilhersteller ihre Systeme für die Kraftstoffzufuhr optimieren können. Über Jahrzehnte war Moehwald auf Benzin- und Dieseleinspritztechnik spezialisiert. Mittlerweile sind aber die Prüfstände für die auf Wasserstoff basierenden Brennstoffzellen der Verkaufsschlager.

Die Homburger Firma stellt Prüfsysteme her, mit denen Kunden aus der Automobilbranche ihre Produkte für den Antrieb von Fahrzeugmotoren optimieren. Ursprünglich hatte sich Moehwald auf Benzin- und Diesel-Einspritztechnik spezialisiert und vor allem für die Entwicklungsabteilungen von Automobil- und Zuliefererunternehmen produziert. Doch schon vor einigen Jahren stellte Geschäftsführer Christian Artmann fest: „Die Firmen investierten nichts mehr in diesen Bereich des Verbrennermotors.“

Neuer Markt: Brennstoffzellen

2017 stieg Moehwald dann in das Thema Brennstoffzelle ein. Zunächst habe man zusammen mit dem Mutterkonzern, dem Automobilzulieferer Bosch, Prototypen entwickelt, um den Wasserstoff als Antriebsenergie möglichst effizient zu verwerten, so Artmann.

Mittlerweile liefert das Unternehmen seine Prüfstände für Brennstoffzellen an Autohersteller in aller Welt. Etwas mehr als 100 Mitarbeiter, überwiegend Ingenieure und Techniker, stellen die Systeme nach Kundenwünschen zusammen. Dafür habe sich die Belegschaft weiterbilden müssen und man habe Fachleute von den umliegenden Hochschulen dazu geholt, sagt Geschäftsführer Artmann.

Umständlich: Wasserstoff aus Flaschen

Da jeder Prüftstand getestet wird, ob er auch funktioniert, bevor er zum Kunden geht, braucht auch das Unternehmen eine Wasserstoff-Versorgung. Bisher kommt der Wasserstoff dafür aus Flaschen. Das sei aber umständlich, sagt Artmann. Deshalb hat sich Moehwald der Wasserstoff-Initiative Homburg angeschlossen. Diese plant eine Wasserstoffleitung für die Firmen im Industriegebiet Ost und eine Wasserstoff-Tankstelle

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 16.07.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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