Der Sarg des Heiligen Wendelin (Foto: SR)

Letzte Vorbereitungen für die Wendelinus-Wallfahrtswoche

Lisa Huth mit Informationen von Jan Henrich   20.10.2021 | 13:07 Uhr

Am 20. Oktober beginnen die diesjährigen Wendelinus-Wallfahrtstage. Sie sind dem heiligen Wendelin gewidmet, der um die Jahrhundertwende zwischen Blies und Saar gewirkt haben soll. SR-Reporter Jan Henrich hat sich die Vorbereitungen angesehen.

Das Grab des Schutzpatrons von St. Wendel zieht seit dem 7. Jahrhundert Pilgerinnen und Pilger an. Die Wallfahrt geht auch immer einher mit der Wendelinus-Kirmes. Derzeit werden die Fahnen gehisst, die Kirche wird geschmückt, die Gottesdienste werden vorbereitet.

Vorbereitungen für die Wendelinus-Wallfahrtswoche
Audio [SR 3, Jan Henrich, 20.10.2021, Länge: 03:44 Min.]
Vorbereitungen für die Wendelinus-Wallfahrtswoche

Bei dem Programm machen auch die Kleinsten mit. Etwa die der Kita Winterbach. Corona-bedingt können sich die Vorschulkinder der Pfarreingemeinschaft St. Wendel nicht wie sonst treffen, um gemeinsam zur Wendelskapelle zu pilgern.

Stattdessen haben die Kinder der Kita Winterbach einen Spielfilm mit ihnen in den Hauptrollen gedreht. Dabei geht es vor allem um die Tier- und Naturverbundenheit des Heiligen. Dieser kann man sich auch auf dem Wendelinus-Pilgerweg von der Basilika nach Tholey nahe fühlen.

Aus königlichem Geschlecht

Im 6. Jahrhundert begann die christliche Mission iro-schottischer Mönche im Gebiet des heutigen Deutschland. Darunter war sehr wahrscheinlich auch der Mönch Wendelin, in der irischen alten Sprechweise Findalán. Hundertprozentig gesichert ist das nicht, aber es ist ja auch 1.500 Jahre her. Damals gab es noch keine Dokumente darüber.

Wendelin soll ein sehr gelehrter Mann aus fürstlichem Geschlecht gewesen sein. Als er im Gebiet des heutigen Saarlandes ankam, wurde er von einem Edelmann im Gegenzug für Essen zum Viehhirt verdonnert, so die Legende. Anstatt aufzubegehren, übernahm er seine Arbeit gern, blieb demütig und überzeugte durch seine Frömmigkeit. So wurde Wendelin schließlich eine Eremitenzelle gebaut.

Landseelsorger Wendelin

Damals war das Christentum noch nicht weit verbreitet und insgesamt nicht sonderlich geordnet. Der Bischof von Trier in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts hieß Magnerich. Er soll Eremiten für die Landseelsorge eingesetzt haben, unter anderem den Heiligen Ingobertus und auch Wendelin.

Als dieser starb, fand man ihn, so die Legende weiter, am Tag nach seiner Beerdigung neben dem Grab. Er wurde auf einen Ochsenkarren gelegt. Die Tiere führten den Karren mit zu der Stätte, wo Wendelin immer gebetet hatte. Dort fand der Leichnam dann seine Ruhe.

Die Wendelinus-Wallfahrtswoche geht noch bis zum 26. Oktober. Infos über Gottesdienste und Veranstaltungen für die Pilgerinnen und Pilger gibt es hier: http://www.pg-wnd.de/index.php/wallfahrt.html

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Region am Nachmittag" auf SR 3 Saarlandwelle am 20.10.2021 berichtet.

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