Probe für die Aufführung des Balletts „Der Nussknacker“ am Saarländischen Staatstheater in Saarbrücken. Zu sehen ist Hope Dougherty als Marie (Mitte), umgeben von Ensemblemitgliedern. (Foto: picture alliance/dpa/Saarländische Staatstheater | Jennifer Weyland)

Staatstheater zaubert „Nussknacker“ auf die Bühne

Barbara Grech   31.10.2021 | 14:21 Uhr

Einen richtig schönen Ballett-Abend in der Vorweihnachtszeit hatte sich der Generalintendant des Staatstheaters, Bodo Busse, gewünscht – und bekommen: Das Tanzensemble rund um Ballettchef Stijn Celis hat den Klassiker „Der Nussknacker“ auf die Bühne gezaubert. Eine Premierenkritik von Barbara Grech.

Weihnachten – nicht irgendwo, sondern bei der Familie Stahlbaum. Die Szenerie erinnert irgendwie an die Erfolgs-Serie „The Crown“. So feiern die Reichen und Schönen, irgendwann in den 40er oder 50er Jahren. Adrette Kostüme, ein riesiger, festlich geschmückter Weihnachtsbaum in klassizistischem Ambiente.

Klassik mit Astronauten-Nussknacker

Natürlich gibt’s  Geschenke, und Marie, die Tochter der gutsituierten Familie, bekommt einen Nussknacker. Nein, nicht so ein kitischiges, olles Ding, sondern eher so eine Art Astronauten-Nussknacker.

Staatstheater zaubert „Nussknacker“ auf die Bühne
Audio [SR 3, (c) SR, 31.10.2021, Länge: 03:11 Min.]
Staatstheater zaubert „Nussknacker“ auf die Bühne

In der Weihnachtsnacht jedenfalls geht es los – auf eine Traumreise, die zunächst mit einem Albtraum beginnt: Mäuse machen sich breit im Wohnzimmer, bedrängen Marie.

Mit dem Kronleuchter ins All

Es kommt zu einem Kampf zwischen der Mäusebrut und einer Traum-Phantasie-Armee aus dem Weltall, eine Art „ Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“-Figuren, mit Einsprengseln vom triadischen Ballett von Oskar Schlemmer. Statt mit einer Raumkapsel geht es mit einem Kronleuchter ins All, in den Palast auf einem fernen Planeten, in dem der Tanz zelebriert wird.

Die Inszenierung von Stijn Celis ist ein Feuerwerk an Ideen, Phantasien und, nicht zuletzt, grandiosem Tanz. Klassischer Spitzentanz, und die Pas de deux sind ein Träumchen.

Klang- und Bilderrausch

Am Anfang noch etwas behäbig, kommt das Orchester unter der Leitung von Sébastien Rouland dann spätestens in der zweiten Hälfte in Fahrt und macht diesen Klang- und Bilderrausch perfekt.

Doch der eigentliche Knaller dieses Ballettabends sind die Kostüme. Schon lange nicht mehr habe ich so phantastische Kostüme auf der Bühne gesehen, perfekt abgestimmt mit der Choreographie und den Bewegungen der Tänzer. Die Modeschöpferin Laura Theiss bedient sich mutig in der Kunstgeschichte und mixt Elemente von Picasso und Miro mit Zuckerstangen-Optik und lasziven Kleidern der goldenen Zwanziger zusammen.

Modern und phantasievoll

Ein Fest für alle Sinne ist dieser Ballett-Abend, modern, phantasievoll und trotzdem klassisch elegant. Ein toller Ballett-Abend. Es gab tosenden Applaus, standing ovations – völlig zurecht.

Für Besucher des Stücks im Saarländischen Staatstheater Saarbrücken gilt die 3G-Regel. Die Maskenpflicht entfällt, und das Haus kann wieder voll besetzt werden. Der nächste Aufführungstermin ist Donnerstag, der 4. November, ab 19.30 Uhr.

Über dieses Thema hat auch die SR 3 Region am Sonntag vom 31.10.2021 berichtet.

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