Helden für Herzen in Trier (Foto: Privat)

Superhelden helfen Kindern

Gerd Heger / Onlinefassung: Axel Wagner   10.05.2019 | 10:55 Uhr

Mit 34 kostenlosen Heften und zahlreichen Aktionen wurde am 11, Mai, dem Gratis-Comic-Tag, weltweit für die gezeichneten Geschichten Werbung gemacht – auch in Deutschland. In Trier und Saarlouis traten in den X-Comicläden echte Superhelden auf. Zwei von ihnen arbeiten für den Verein „Helden für Herzen e.V“.

„Das Besondere an Spiderman ist eigentlich, dass er noch relativ naiv durch die Welt geht. Er ist, wie er selbst sagt, die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft. Er steht die ganze Zeit eigentlich immer im Zwiespalt, ob er das Richtige tut.“ Für Dominik Schmidt aus Riegelsberg, im richtigen Leben Call-Center-Coach, besteht da kein Zweifel. Er weiß genau, in was für ein Kostüm er schlüpft, genau wie Superheldenkollegin Dagmar Schwan aus Saarbrücken.

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Superhelden helfen Kindern
Audio [SR 3, Gerd Heger, 10.05.2019, Länge: 03:11 Min.]
Superhelden helfen Kindern

Früher hat sie sich bei der Fastnacht gerne „verboozt“, heute ist sie dafür Supergirl – und das ist mehr als verkleiden: „Supergirl hat ein sehr sonniges Wesen. Sie hat wie ich auch ein ausgeprägtes Helfer-Gen, möchte auch eigentlich immer nur das Beste und überall auf der Welt Gutes tun.“

Superhelden besuchen Kinder im Krankenhaus

Superheldenkostüme anziehen, Superheld sein – das machen die beiden im Verein „Helden für Herzen e.V.“. Der hat seinen Stammsitz in Köln, 130 Heldenmitglieder, über ein Dutzend davon allein im Saarland. Alle arbeiten ehrenamtlich und gehen unter anderem in Hospize und Krankenhäuser, um Kindern eine schöne Zeit mit ihren Superhelden zu ermöglichen. Dagmar Schwan organisiert im Jahr deutschlandweit circa 25 Veranstaltungen – hätte sehr gerne noch mehr davon.

Manchmal steigt die resolute junge Frau auch in ein gelbes Minion-Kostüm. Spielt mit den Kindern, malt, bastelt, schminkt, erzählt. Mit den kleinen, gelben Bengeln aus den berühmten Animationsfilmen gehen die Kinder allerdings entsprechend um. „Die werden gerne auch mal geschubst, geschlagen oder getreten, weil die ja untereinander auch nicht gerade zimperlich miteinander umgehen.“

Da wäre es dann tatsächlich fast ein Superheld vonnöten, um für Ordnung zu sorgen. Im Falle von „Helden für Herzen“ bräuchte er aber noch die eine oder andere Zusatzqualifikation. „Was man mitbringen sollte wäre, dass man gerne mit Kindern arbeitet. Das heißt, man muss natürlich auch ein bisschen mit den Kindern interagieren. Je nach Grad der Behinderung oder Krankheit müssen wir uns da auch immer sehr spontan anpassen.“ Es brauche viel Spaß an der Sache, und man müsse das Herz am rechten Fleck haben, meint Schwan.

Perfektes Kostüm ist wichtig

Und ganz wichtig: Superheldin und Superheld müssen perfekt rüberkommen, ein Kostüm aus dem Supermarkt reicht nicht, weiß Spiderman Dominik Schmidt. „Man sollte darauf achten, dass der richtige Knopf an der richtigen Stelle sitzt, dass der Reißverschluss verdeckt ist“, meint er. Alles müsse richtig sitzen. „Kinder sind sehr gnadenlos, was ihre Helden angeht. Wenn da irgendein Detail nicht auf Punkt sitzt, wird man darauf angesprochen.“

Wenn aber alles zu 100 Prozent stimmt, dann ist die Begegnung mit Spiderman, Batman, Captain Amerika oder Supergirl für die Kinder ein unvergessliches Erlebnis. Schmidt erinnert sich an eine Begegnung. „Da war ein kleines Mädchen auf dem Arm seiner Eltern, das ganz, ganz schrecklich anfing zu weinen und zu schreien. Und ich bin da einfach runter in die Knie, habe ene Demutshaltung angenommen, den Kopf auf den Boden gelegt, wie so ein Hund. Das kleine Mädchen hat daraufhin aufgehört zu weinen, wurde neugierig, kam dann wirklich mal ein bisschen ran, hat mich gestreichelt am Kopf. Also die wollte mich am liebsten mit nach Hause nehmen.“

Über dieses Thema haben auch die Bunten Funkminuten auf SR 3 vom 10.05.2019 berichtet.

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