"Mythos Paris" - Fotografie von 1860 bis 1960

"Mythos Paris" - Fotografie von 1860 bis 1960

Reporterin: Barbara Grech/Onlinefassung: Dagmar Scherer   07.12.2023 | 16:45 Uhr

Eine klassische Fotoausstellung mit Bildern der Seine-Metropole. Sie zeigt Meisterwerke legendärer Fotokünstler aber auch Arbeiten von eher unbekannten Fotografen. Ihnen allen ist jedoch gemein, dass sie unser Bild von Paris mit erschaffen haben. Paris, wie wir es sehen wollen - mit einem verklärten, aber gekonnten Blick in die Vergangenheit.

Die Bilder, die wir von Paris im Kopf haben? Sie sind oft schwarz-weiß und zeigen Straßenszenen. Ein küssendes Paar vor dem Hotel de Ville, ein Junge mit zwei riesigen Weinflaschen im Arm, der Eiffelturm, der Louvre, Notre-Dame. Geschaffen wurden sie von so legendären Fotokünstlern wie Henri Cartier-Bresson oder Robert Doisneau.

Aber warum war Paris jahrzehntelang die Hauptstadt der Fotografie? Lag es am berühmten silberfarbenen Licht? Das silberne Licht gebe es auch anderswo, sagt Roland Augustin, der Kurator dieser wunderschön-klassischen Foto-Ausstellung. Es sei vielmehr die enge Verbundenheit der französischen Kultur mit der Fotografie. "Fotografie wird in Frankreich sehr hoch geschätzt."

Fotografien der Ausstellung "Mythos Paris"

Die Idee entstand durch eine Zufallsentdeckung

Die Idee für eine Ausstellung mit ikonografischen Bildern der Seine-Hauptstadt entstand - ganz unspektakulär - in den Archiven des Saarlandmuseums. Dort entdeckte eine Kollegin durch Zufall ein Album mit Fotografien von Edouard Baldus, das „Album Photographies de Paris“.

Bekanntes und weniger Bekanntes

In unterschiedlichen Formaten werden Paris-Bilder von berühmten, aber auch nicht so bekannten Fotografen und Fotografinnen gezeigt - teils als große Repros auf der Wand.

Meisterwerke von so berühmten Fotografen wie eben Cartier-Bresson, Doisneau oder Brassai sind in dieser Ausstellung ebenso zu finden wie echte Entdeckungen. Wer kennt schon den luxemburgischen Fotografen Romain Urhausen? Er hat das Hallenviertel von Paris so wunderbar portraitiert und somit unser verklärtes Bild von Paris mit erschaffen.

Fotografie „Le baiser á l’Hôtel de Ville“ (Der Kuss vor dem Rathaus) von Robert Doisneau, 1950 (Negativ)/1979(Abzug) (Foto: Bibliothèque nationale de France © Robert Doisneau/Gamma Rapho, 2023)
Fotografie „Le baiser á l’Hôtel de Ville“ (Der Kuss vor dem Rathaus) von Robert Doisneau, 1950 (Negativ)/1979(Abzug)

Und dann natürlich der berühmte Kuss vor dem Hotel de Ville in Paris von Robert Doisneau. Eine Aufnahme, die nicht etwa ein Schnappschuss auf der Straße war, sondern ein mit Schauspielern gestelltes Foto. Die Aufregung über diesen vermeintlichen Fake ist inzwischen verraucht, die Faszination der Fotografie ist geblieben.

Paris - Stadt der Liebe, Stadt der Baustellen

Ob gestellt oder realer Schnappschuss, es wimmelt in dieser famosen Ausstellung nur so von Fotografien küssender Paare, denn auch andere Fotografen haben sich in der Stadt der Liebe diesem Sujet gewidmet. Und auch das zeigen die Fotos, die in einer Zeitspanne von 1860 bis 1960 entstanden sind: Paris war und ist immer eine Baustelle.

Der Mythos Paris

Paris, wie wir es sehen wollen - mit einem verklärten, aber gekonnten Blick in die Vergangenheit. Von aufgestapelten Karotten im längst abgerissenen Hallenviertel bis hin zu abstrakten Werken der subjektiven Fotografie von Otto Steinert. Und alle haben daran gearbeitet – am Mythos Paris


Auf einen Blick


Der Vorplatz der Modernen Galerie des Saarlandmuseums (Foto: picture alliance/dpa | Oliver Dietze)
Der Vorplatz der Modernen Galerie des Saarlandmuseums

"Mythos Paris"
Fotografie von 1860 bis 1960

Saarlandmuseum
09. Dezember 2023 bis 10. März 2024
Moderne Galerie
Bismarckstraße 11-15
66111 Saarbrücken
www.modernegalerie.org

Öffnungszeiten
Montag: geschlossen
Dienstag bis Sonntag: 10.00 - 18.00 Uhr
Mittwoch: 10.00 - 20.00 Uhr


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Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 07.12.2023 auf SR 3 Saarlandwelle

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