Ein Szenenbild aus dem Stück "Hair"  (Foto: SR Fernsehen)

"Hair" mal ganz anders

Julia Becker / Onlinefassung: Rebecca Kaiser   25.10.2020 | 12:36 Uhr

Im Staatstheater hat am Samstag eine Neuauflage des Musicals „Hair“ Premiere gefeiert. Dabei gab es natürlich die klassischen Songs zu hören, die jeder kennt. Zuschauer, die „Hair“ erwarten, wie man es schon kennt, werden aber überrascht sein. In dieser Inszenierung ist einiges anders, auch coronabedingt.

Seit einigen Monaten ist es dem Saarländischen Staatstheater wieder möglich einen stark reduzierten Spielplan anzubieten. Einige Produktionen haben unter strengen Hygieneauflagen Premiere gefeiert. Momentan muss auch während der Vorstellungen permanent eine Maske im Zuschauerraum getragen werden: das erste Mal wurde diese neue Regel bei der Musical-Premiere von „Hair“ umgesetzt.

Video [aktueller bericht, 23.10.2020, Länge: 3:58 Min.]
Musical "Hair" im Saarländischen Staatstheater

Corona ist auch beim Musical allgegenwärtig – das war Absicht. Schon vor über einem Jahr stand fest: „Hair“ sollte kein Hippie-Klamauk werden, sondern die aktuelle politische Lage, das Zeitgeschehen mit einbeziehen. Damals, als noch niemand ahnen konnte, was das Jahr 2020 bringen wird.

Hair ohne körperliche Nähe

Premiere des Musicals "Hair" im Saarländischen Staatstheater
Audio [SR 3, (c) SR, 25.10.2020, Länge: 03:50 Min.]
Premiere des Musicals "Hair" im Saarländischen Staatstheater

Im Mittelpunkt der Neuauflage des Musicals stehen dieses Mal nicht die wilden Sechziger Jahre und der Vietnamkrieg, sondern die Coronakrise. Die 15 Darsteller müssen sich auch während der Show an die Regeln halten und mit Abstand performen. Dafür hat auch die Choreographin Eleonora Talamini gesorgt.

Hair ohne körperliche Nähe scheint vielleicht erst einmal kaum vorstellbar, aber es ist gelungen. Regisseur Maximilian von Mayenburg hat sich dieser Herausforderung gestellt: „Das ist eine Ausnahmesituation – man ist eingeschränkt, aber mit den Einschränkungen entstehen neue Ideen. Und manchmal bringt einen das in ganz neue Richtungen, an die man sonst gar nicht gedacht hätte.“

Die nächsten Vorstellungen sind ausverkauft

Die absolute Stärke der Inszenierung ist das Ensemble: Die Solisten sind stimmgewaltig und sorgen für mehr als eine Gänsehaut: allen voran Benjamin Sommerfeld als „Claude“ und Jan-Philipp Rekeszus als „Berger“. Herausragend waren aber auch die weiblichen Parts wie Dionne Judith Lefeber und Sheila Sybille Lambrich. Wer einfach Hair erwartet, wie man es eben kennt, wird überrascht sein, schon allein von den Kostümen und der Bühne. Überrascht, aber hoffentlich nicht enttäuscht.

Die nächsten sechs Vorstellungen von Hair sind ausverkauft, aber es sollen noch weiter Termine folgen.

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