Le Nozze di Figaro im Staatstheater Saarbrücken (Foto: SST/Martin Kaufhold)

"Die Hochzeit des Figaro"

Barbara Grech   09.09.2019 | 12:30 Uhr

Sie gehört zu den meistgespielten Opern der Welt: "Die Hochzeit des Figaro" von Wolfgang Amadeus Mozart. Auch das saarländische Staatstheater hat diesen Opern-Klassiker wieder ins Programm genommen und damit die Musik-Theater-Saison am Sonntagabend im großen Haus eröffnet. SR-Kulturreporterin Barbara Grech war bei der Premiere.

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"Die Hochzeit des Figaro" - alles in allem eine gelungene Inszenierung
Audio [SR 3, Barbara Grech, 09.09.2019, Länge: 02:50 Min.]
"Die Hochzeit des Figaro" - alles in allem eine gelungene Inszenierung

Die Hochzeit des Figaro ist und bleibt ein Ohrenschmaus. Wie an einer Perlenkette reihen sich diese zauberhaften, bekannten Arien aneinander. Schon deshalb lohnt immer ein Besuch dieser Oper. Auch die Inszenierung von Eva-Maria Höckmayr ist ein Besuch im großen Haus des Staatstheaters wert.

"Selten habe ich Sänger auf der Bühne so gut spielen sehen"

Sehr klug und gewissenhaft widmet Höckmayr sich jeder Rolle, jedem Sänger. Und selten habe ich Sänger auf der Bühne so gut spielen sehen. Allen voran Markus Jaursch, der nicht nur imposant singt, sondern den Figaro bärbeißig und manchmal auch sarkastisch gibt. Auch Valda Wilson in der Rolle der betrogenen Gräfin spielt ihre Rolle als eine um ihren Stolz und ihre Ehe kämpfende Frau famos.

Le Nozze di Figaro im Staatstheater Saarbrücken (Foto: SST/Martin Kaufhold)
Le Nozze di Figaro im Staatstheater Saarbrücken

Ein Bühnenbild im Rhytmus der Oper

Die Handlung um Täuschungen und Irrungen, Lügen, Eifersucht und natürlich der Liebe, ist geschickt eingebettet in ein Bühnenbild von Volker Thiele. Er hat eine Art Karussell mit vielen Türen und kleinen Kabinett-Räumen, das ständig in Bewegung ist und somit den Rhythmus dieser Oper sehr gut unterstreicht.

Musikalisch sauber gearbeitet

Musikalisch hat der Generalmusikdirektor, Sébastien Rouland, der die musikalische Leitung innehat, sauber gearbeitet. Doch manchmal fehlt der Pfeffer und ein anderes mal der Schmelz. Ein Beispiel dafür: Valda Wilson als Gräfin ist ganz versessen darauf, die Zartheit der Arien auf die Bühne zu bringen, dass das eher zaghaft klingt und ihr Gesang etwas im Orchestergraben untergeht.

Grandios sind Marie Smolka als Susanna und Markus Jaursch in der Rolle des Figaro. Beide wagen es auch, ihre Arien zu spielen. Da wird gewütet, gelitten und geliebt - und nicht nur schön gesungen.

www.staatstheater.saarland
Die Hochzeit des Figaro
Weitere Infos zum Stück, zur Besetzung und die Vorstellungstermine

Fazit

Auch wenn der letzte Funke zum brillianten Opernabend fehlt – alles in allem ist diese Inszenierung gelungen – bis hin zum bittersüßen Ende mit wohl der schönsten Schlußarie der Opern-Geschichte.

Barbara Grech


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Figaros Hochzeit von Wolfgang Amadeus Mozart gehört zu den meist gespielten Opern weltweit. Auch das saarländische Staatstheater hat sich dieser Oper wieder einmal angenommen und damit die Musik-Theater-Saison am Sonntagabend im großen Haus eröffnet. Wie gewohnt bei Mozart-Opern war die Premiere gut besucht und auch unsere Kollegin Barbara Grech war mit dabei. SR-Moderator Kai Schmieding hat mit ihr darüber gesprochen, ob sich der Besuch dieser Inszenierung lohnt.

Ein Thema u.a in der "Region am Mittag" am 09.09.2019 berichtet

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