Pfannoptikum - das rollende Museum in St. Wendel (Foto: SR/Carmen Bachmann)

Das Pfannoptikum

Carmen Bachmann   05.08.2021 | 16:55 Uhr

Das saarländische Künstlerpaar Katharina O.W. Himmel geht schon länger eigene, kreative Wege. Zum Beispiel mit den Kunstzuhause-Abenden, die funktionieren wie Tupper-Abende. Aber statt Plastikschüsseln geht es um Bilder und Skulpturen. Nun kommt etwas Neues hinzu. Katharina Krenkel hat mit ihrem Bruder Rüdiger ein rollendes Museum geschaffen.

Ein alter Lieferwagen von Pfanni. Wo früher die Verkaufstheke war, ist jetzt eine Art Schaukasten. Die bekannten Häkelskulpturen von Katharina Krenkel neben den Metall- und Holzarbeiten von Rüdiger Krenkel, dazu Vogelnester und Schwemmholz. Fundstücke oder Kunst? Im Spiegelkabinett löst es sich auf. Die Arbeiten, die Besucher, das Umfeld - alles spiegelt sich.

Eine kreative Corona-Pause

Eigentlich hätte 2020 eines der erfolgreichsten Jahre für die Künstlerin Katharina Krenkel werden können, so ihr Bruder. Aber immerhin: Im Stadthaus Ulm ist Katharina Krenkels neues Werk Mikromysterium zu sehen, in Schmallenberg im Sauerland werden ihre Arbeiten gezeigt. Sogar in Australien sind Katharina Krenkels Häkelskulpturen in einer Ausstellung für textile Kunst in Newcastle ausgestellt.

Durch die langen Monate im Lockdown hatte Katharina Krekel dann aber so viel Zeit, dass sie zusammen mit ihrem Bruder Rüdiger Krekel ein Projekt verwirklichen konnte, dass es bis dahin nur als vage Idee gab. "Wir hatten tatsächlich schon immer diese Idee von einem Pfannoptikum, von Wunderkammern, wo ganz unterschiedliche Arbeiten zusammenkommen aus Natur, Alchemie, Astronomie, Kunsthandwerk", so Katharina Krenkel.

Staunen und ins Gespräch gekommen

Und nun ist die Idee Wirklichkeit geworden. Das Mia-Münster-Haus in St. Wendel zeigt zurzeit in seiner Sommerausstellung Arbeiten von Absolventen der HBK Saar. Das Pfannoptikum der Geschwister Krenkel war deshalb auch für einen Abend dort. Aus Mannheim gekommen, wo Rüdiger Krenkel auf einer Insel an der RheinNeckar-Münding lebt und arbeitet.

Rüdiger Krenkel hatte den Lieferwagen bereits vor längerer Zeit gekauft und als Wohnmobil genutzt. Die Verkaufstheke hatte der schon damals ausgetauscht gegen Panoramafenster. Und diese Panoramafenster sollen nun öfter mal für Staunende geöffnet werden.

Pfannoptikum - das rollende Museum in St. Wendel (Foto: SR/Carmen Bachmann)

Das Pfannoptikum, glaubt Katharina Krenkel, funktioniert auch gut jenseits des Corona-Lockdowns. "Wir können mit unserem Museum überall hinfahren", sagt sie. Vor Altenheime, wo die Menschen immobil sind, oder beispielsweise auf den Fußballplatz. Auch eine Stippvisitie des Pfannoptikums als Geburtstagsgeschenk sei denkbar, so Krenkel. Und das Gespräch zwischen den Künstler-Geschwistern und den Besucherinnen und Besuchern ist beim rollenden Museum Teil des Konzepts.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 03.08.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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