Celli auf Stühlen (Foto: DRP/Horst Wackerbarth)

Ein neues Musikfestival für das Land

Barbara Grech   12.03.2019 | 16:15 Uhr

So wie es jetzt aussieht, wird es künftig im Saarland zwei Musikfestivals geben. Da sind zum einen die Musikfestspiele Saar, die im Frühjahr mit einem neuen Leitungsteam an den Start gehen. Im Herbst 2020 soll dann ein weiteres, neues Musikfestival dazukommen, initiiert von Kulturminister Ulrich Commerçon. Nach dem Versuch mit "Colours of Pop", der eher mäßig ausgefallen ist, will man nun ein innovativeres, interdisziplinäres Musikfestival hier im Saarland etablieren. Am 12. März hat Commerçon die Pläne dazu vorgestellt.

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Ein neues Musikfestival für das Land
Audio [SR 3, Barbara Grech, 12.03.2019, Länge: 03:05 Min.]
Ein neues Musikfestival für das Land

Die Ansprüche sind groß, die Kulturminister Ulrich Commerçon an das von ihm neu ausgerufene Musikfestival hat. Jung, urban und grenzüberschreitend soll es sein, innovativ, experimentell und interdisziplinär in den Formaten. Neben Konzerten sollen auch Performances, Lesungen sowie Ausstellungen mit von der Partie sind - sofern sie im musikalischen Kontext stehen. Und das neue Festival "soll dem künstlerischen Nachwuchs des Landes eine Plattform bieten", so Commerçon.

Video [aktueller bericht, 12.03.2019, Länge: 3:13 Min.]
Neues Musikfestival für das Saarland ab 2020

Man will also weg vom rein klassischen Musikfestival und gibt zugleich dem Mainstream Pop den Laufpass. Stattdessen setzt man auf zeitgenössische Klangkunst, Klassikkonzerte an ungewöhnlichen Orten.

Fähige Leitung und tragbares Konzept gesucht

Das alles soll mit einem Gesamtbudget von 800.000 Euro finanziert werden. Das ist sehr ambitioniert und dafür braucht es eine wirklich fähige künstlerische Leitung. Ende des Monats wird es eine Ausschreibung für die Leitung und die Einreichung entsprechender Konzepte geben.

Bereits im Herbst nächsten Jahres soll das neue Musikfestival an den Start gehen. Deshalb soll bereits im Juni diesen Jahres ein Festivalleiter erkoren werden, und zwar von einer fünfköpfigen Fachjury.

Ein Festival für Neues

Mainstream und massentauglich wird das neue Festival wohl nicht. Schon deshalb muss es inhaltlich gut werden, das weiß auch der Kulturminister und die Verantwortlichen werden einen langen Atem brauchen, denn solch ein Festival benötigt Zeit und Geduld, um sich zu entwickeln. Das weiß auch Commerçon: "Ich glaube, es ist Auftrag staatlicher Kulturförderpolitik, nicht nur das Gewohnte, das Massentaugliche zu fördern und schon gar nicht das Kommerzielle, denn das Kommerzielle muss von selbst leben."


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Der Kommentar
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Über dieses Thema wurde auch in der "Region am Nachmittag" am 12.03.2019 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.