Gebläsemaschinen in der Gebläsehalle des Weltkulturerbes  (Foto: Weltkulturerbe Völklinger Hütte/Franz Mörscher)

Der neue Weltkulturerbe-Chef und seine Pläne

Barbara Grech   08.05.2020 | 16:15 Uhr

Er ist endlich da: der neue Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte, Ralf Beil. Der promovierte Kunsthistoriker, der bis vor Kurzem noch Direktor des renommierten Kunstmuseums in Wolfsburg war, hat sich nun in den ersten Tagen seiner Amtszeit einen Überblick über das riesige Gelände der Industriekathedrale gemacht - und sprüht vor Ideen.

Für Ralf Beil sind die riesigen Maschinenräder in der Gebläsehalle des Weltkulturerbes Völklinger Hütte nicht nur Zeugen der industriellen Vergangenheit, vielmehr sieht er in Ihnen Schwungräder der Geschichte. Und so kann er sich beispielsweise für diesen Ort Ausstellungen vorstellen, die historisch motiviert sind - zum Beispiel monografische Ausstellungen von Jahrhundertfiguren. Da würden die großen Antriebsräder in der Gebläsehalle richtig gut passen, quasi als "Räder der Geschichte", sagt Beil.

Breites Themenspektrum, verschiedenste Formen

Neue Ideen und neue Konzepte des neue Weltkulturerbe-Chefs
Audio [SR 3, Barbara Grech, 08.05.2020, Länge: 03:06 Min.]
Neue Ideen und neue Konzepte des neue Weltkulturerbe-Chefs
Seit Montag, 04. Mai, ist Ralf Beil nun der neue Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte. SR-Kulturreporterin Barbara Grech hat mit ihm über seine Pläne gesprochen.

Ralf Beil sieht das große Hüttenareal nicht als Herausforderung, sondern als Chance, ein möglichst breites Themenspektrum in verschiedensten Darstellungs-Formen zu verwirklichen. So kann er sich unter anderem eine große Schau zur Geschichte der Musik-Videos vorstellen. Beispiel: Bohemian Rapsody von Queen. "Das ist eines der ganz frühen Pioniervideos, das auch die Leute in Bewegung setzt, die etwas älter sind und wir gleichzeitig die jungen Leute ranholen." Sein Ziel: "Ich möchte, dass die Leute in der Gebläsehalle tanzen und gleichzeitig darüber nachdenken: Wie ist das geschnitten? Was ist das für eine politische Botschaft? Was verbirgt sich hinter diesem Film"."

Ralf Beil kann sich für das Weltkulturerbe zudem auch kleinere Formate vorstellen, wie ein Cello-Konzert auf der Gichtbühne beispielsweise oder ein Musik-Parcour durch das ganze Gelände, bei dem die Besucher sich die einzelnen Konzerte sozusagen erwandern. In Corona-Zeiten ein sehr praktisches Format.

Prinzipiell lassen sich die Ideen von Ralf Beil so zusammenfassen: Er will er das gesamte Areal des Weltkulturerbes bespielen und somit auch eine Vielzahl von Besuchern ansprechen.

Großes Areal braucht große Unterstützung

Klingt spannend, doch das alles kostet auch eine Menge Geld. Ralf Beil setzt da auf überregionale Sponsoren, zumal die Finanzierung des Weltkulturerbes eigentlich ständig eine wackelige Angelegenheit ist. Das Areal sei groß, und deshalb werde man auch eine große Unterstützung brauchen, sagt er. "Ich hoffe sehr, mit einer Portion Optimismus in diesen schwierigen Zeiten, dass uns das gelingen wird."

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 08.05.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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