Kunstaustellung (Foto: SR)

„Die Pforten des Möglichen – Kunst & Science Fiction“

Centre Pompidou Metz - 05. November 2022 bis 10. April 2023

Barbara Grech   04.11.2022 | 16:15 Uhr

Science-Fiction ist die Kunst des Möglichen – unter diesem Motto steht eine ungewöhnliche Ausstellung im Centre Pompidou in Metz. Ausgangslage für diese Schau ist die Science-Fiction-Literatur. Auf 2300 Quadratmetern werden über 200 Kunstwerke gezeigt, die sich mit Science-Fiction auseinandersetzen. Werke aus den späten 1960er Jahren bis hin zur Gegenwart.

Science-Fiction ist weit mehr als Popcorn-Kino. Und das will die Ausstellung "Die Pforten des Möglichen - Kunst & Science-Fiction" im Centre Pompidou Metz zeigen. Denn die Literatur und die bildende Kunst waren die eigentlichen Macher der Science-Fiction.

Audio

„Die Pforten des Möglichen – Kunst & Science Fiction“
Audio [SR 3, Barbara Grech, 04.11.2022, Länge: 03:10 Min.]
„Die Pforten des Möglichen – Kunst & Science Fiction“

Fremde, befremdliche Welten

Mit dem Aufzug ins Weltall, in die Zukunft, zu den Außerirdischen. Tatsächlich wird man, wenn man mit dem Aufzug in das 3. Stockwerk des Centre Pompidou Metz fährt, gleich akustisch eingestimmt auf fremde, befremdliche Welten. Auf die Science-Fiction, die in dieser Ausstellung wenig mit den berühmten Fernseh-Serien oder Hollywood-Blockbustern zu tun hat.

Science-Fiction Literatur - der Zeit weit voraus und inspirierend

Die Idee sei gewesen, sich der Science-Fiction Literatur anzunähern, sagt Andrea Müller, die Kuratorin der Ausstellung. Dabei gehe es um Science Fiction, "die Probleme aufgreift, die uns heute ganz konkret berühren." Dazu gehöre die Überwachung und Algorithmisierung unseres Lebens, genauso wie die Umweltproblematik.

Science-Fiction-Literatur sei bereits in den 1960er Jahren revolutionär gewesen und habe schon damals gegen das Konsum-Gesellschafts-Modell der westlichen Welt protestiert, so die Kuratorin. Damit war die Literatur ihrer Zeit weit voraus. Und bis heute sei sie eine große Inspirationsquelle für Künstler.

Halb Grusel, halb Faszination

Und so geht man als Besucher halb fasziniert, halb erschrocken durch diesen Kunstwerke-Parcour, der viele Vorstellungen visualisiert, die man sich von der Zukunft so macht: Klingonen-Optik, verkabelte Körper, wie die Borg in "Star Trek", klinische kühle Stadtlandschaften.

Den Blickwinkel ändern

Das Andere, das Unbekannte sei immer auch ein Stückweit faszinierend und ermögliche es uns, die Perspektive zu wechseln, sagt Müller. Und darum geht es auch: Diese Ausstellung thematisiert die Notwendigkeit, unsere Blickwinkel, unser Wertesystem aktiv zu hinterfragen und andere Lebens-Modelle zuzulassen. Das macht sie mit all ihrer Grusel-Kunst perfekt.

Die Zukunft ist eingeläutet

Schon die Szenografie mit eingerissenen Ausstellungswänden und Löchern in den Sichtachsen zwingt den Besucher, anders auf die Kunstwerke zu schauen. Die Idee sei gewesen, wirklich eine Science-Fiction-Umgebung zu schaffen, "denn wir sind ja in einer Position, in der wir merken, dass es so nicht weiter gehen kann", sagt Müller. "Es ist das Ende von etwas, aber es ist nicht das Ende der Welt."

Das Ende der Welt - im Centre Pompidou jedenfalls ist es mit dieser Ausstellung zu Science-Fiction und Kunst erstmal abgewendet. Und die Zukunft ist eingeläutet - getreu dem Motto: Die Welt verändert sich, aber sie geht nicht unter.


Auf einen Blick


Das Centre Pompidou in Metz (Foto: CPM / Philippe Gisselbrecht)

„Die Pforten des Möglichen – Kunst & Science Fiction“
Centre Pompidou Metz
1, parvis des Droits-de-l’Homme
www.centrepompidou-metz.fr

Ausstellungdauer
05. November 2022 bis 10. April 2023

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 04.11.2022 auf SR 3 Saarlandwelle

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