11. September 2001 New York (Foto: Reinhard Karger)

"Saarland ist ein Leuchtturm in der Thematisierung von 9/11"

Interview: Frank Hofmann   10.09.2021 | 08:30 Uhr

Die einstürzenden Türme des World Trade Centers am 11. September 2001 - diese Bilder haben sich in unser aller Gedächtnis geprägt. Der Kunst- und Kulturwissenschaftler Professor Jonas Nesselhauf war damals ein Kind, ging in die achte Klasse und forscht heute zu dem Thema.

Die Bedeutung des 11. Septembers 2001 ist viel größer als die Bilder der beiden Flugzeuge, die in die Zwillingstürme des World Trade Centers gelenkt wurden.

Ein Tag, der die Welt veränderte

Prof. Jonas Nesselhauf zu 9/11
[SR 3, Frank Hofmann, 10.09.2021, Länge: 04:02 Min.]
Prof. Jonas Nesselhauf zu 9/11

Um sich über die Dimension der Terroranschläge und deren Folgen klar zu werden, müsse man sich die weltpolitische Situation von damals nochmal vor Augen führen, meint Professor Jonas Nesselhauf: "Vor 20 Jahren, der große Ost-West-Konflikt ist zu Ende. Die USA sind im damaligen Narrativ die einzig verbliebene Supermacht und die wird jetzt zu Hause angegriffen."

Die weitreichenden Folgen sind jedem bekannt, bis hin zu den aktuellen Entwicklungen in Afghanistan.

Mehrere Veranstaltungen im Saarland

Bei der Thematisierung von 9/11 spiele das Saarland ganz vorne mit in diesem Jahr, sozusagen als "Leuchtturm", sagt Nesselhauf. Denn trotz des 20. Jahrestags gebe es deutschlandweit "kaum Museen oder Institutionen, die das richtig groß thematisieren".

Das Deutsch-Amerikanische Institut sei sehr aktiv und organisiere Vortragsabende an der Universität des Saarlandes. In der Univerisäts- und Landesbibliothek gebe es eine kleine Ausstellung zum Thema und an diesem Wochende starte das Deutsche Zeitungsmuseum in Wadgassen eine Austellung mit Titelbildern von 9/11 im Vergleich mit dem 9. November, dem "Schicksalstag" der Deutschen Geschichte.

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Ein Thema in der Sendung "Guten Morgen" vom 10.09.2021.

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