Mensch tippt auf einer Tastatur (Foto: SR)

Wie drei dazu kamen, Krimis zu schreiben

Ulli Wagner   23.08.2021 | 16:30 Uhr

Bücher sind schon oft für tot erklärt worden - und leben immer noch. Und vor allem gibt es immer mehr Menschen, die Bücher schreiben und sie auch unter die Leute bringen. Auch hier bei uns im Saarland. Das hat auch was mit Corona zu tun, aber nicht nur. Ulli Wagner stellt drei von Ihnen vor.


Saar-Autorin: Silke Wagner  (Foto: SR/Ulli Wagner)
Saar-Autorin: Silke Wagner

Silke Wagner

Viele denken ja, wer schreibt, hat das als Kind schon gerne gemacht. "Nein, überhaupt nicht. Also, ich bin eher ein Mensch, der mit Leuten redet", sagt Silke Wagner aus Sulzbach. Und doch ist sie inzwischen Autorin eines Psychothrillers mit dem Titel "Zwiegespalten".

Nachdem eine Ärztin sich nach einer schweren Operation sehr um sie gekümmert hatte, stellte sich Silke Wagner die Frage: Was wäre, wenn sie ganz anders gewesen wäre? Und so sei die Idee entstanden, diesen Psychothriller zu schreiben.

Sie startete mit ihrem alten Laptop, doch der gab nach kurzer Zeit seinen Geist auf. "Er hat das nicht verkraftet, dass ich so böse Dinge geschrieben habe", sagt Wagner. Der Laptop wurde kurzerhand ersetzt und dann ging's weiter mit Texteditor und Sprachausgabe. Das Ergebnis: 312 Seiten Thrillerspannung - also alles andere als ein Kurzroman.

Als Verlag für ihren Psychothriller hat sie sich dann „Tredition“ ausgesucht, der auf Self-Publishing spezialisiert ist. "Ich wollte einfach mich mit einem Buch beschenken", sagt sie. Und eigentlich wollte sie auch nur dieses eine Buch schreiben. Aber inzwischen ist das nächste schon fast fertig und die Ideen gehen ihr genauso wenig aus wie ihren Kollegen Dominik Walter und Roland Wiesdorf.

Saar-Autor: Dominik Walter (Foto: privat )
Saar-Autor: Dominik Walter

Dominik Walter

Auch Dominik Walter passt nicht in das Klischee, schon als Kind gerne geschrieben zu haben. Als Junge hat er weder geschrieben noch Bücher verschlungen. "Ich hätte niemals gedacht, dass ich mal Geschichten schreibe und Bücher veröffentliche", sagt er. Als Kind und Jugendlicher habe er nur sehr ungern gelesen.

Dass er überhaupt ans Schreiben kam, hat ein bisschen was mit Corona zu tun, besser gesagt, mit der vermehrten Freizeit, weil es so lange keine anderen Angebote gab. Und nun schreibt der Handelsfachwirt aus Spiesen-Elversberg Kurzromane. "Ich mag Handlungen, die nicht wie bei einem klassischen Roman auf Hunderten von Zeiten ausgedehnt werden. Meine Bücher liegen zwischen 80 und 100 Seiten." Beste Beispiele: sein Kurzkrimi "Faszination Rache" der bei epubli erschienen ist, oder die „Das gestohlene Leben“, eine Kurzgeschichte über Rufmord, sogar nur 32 Seiten stark.

Saar-Autor: Roland Wiesdorf (Foto: privat )
Saar-Autor: Roland Wiesdorf

Roland Wiesdorf

Auch Roland Wiesdorf, Vertriebsleiter und Fotograf aus Bous, hatte keine Lust, einfach nur den Kopf hängen zu lassen und über die Pandemie zu jammern. Und als Autor liebäugelt Wiesdorf, wie Walter, eher mit dünneren Büchern – vermutlich schon aus purem Eigenschutz, denn er arbeitet mit einer Abwandlung des Zwei-Finger-Suchsystems. "Der linke Daumen betätigt nur die Shift-Taste groß, klein und der rechte Zeigefinger wirbelt über die Tastatur und macht den Rest", beschreibt er seinen Schreibstil.

Roland Wiesdorf schreibt Reiseberichte, kleine Liebesgeschichten und, wie Dominik Walter, Kurzkrimis.

Nach "Brennpunkt Harlem", der als Books on Demand veröffentlich wurde, ist nun bei der Edition Schaumberg sein zweiter Kurzkrimi erschienen: „Vermisst in Hongkong“. Darin macht sich ein US-Journalist auf die Suche nach verschwundenen Regime-Kritikern und kommt einem unglaublichen Verbrechen auf die Spur.

Wie drei dazu kamen, Krimis zu schreiben
Audio [SR 3, Ulli Wagner, 23.08.2021, Länge: 03:06 Min.]
Wie drei dazu kamen, Krimis zu schreiben

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 23.08.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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