Kulturgut Takenplatten (Foto: SR/Uwe Loebens)

Wohin mit Schenkungen von Sammlungen?

Studiogespräch: Gerd Heger/Barbara Grech   14.07.2020 | 12:45 Uhr

180 Takenplatten - eine sogar aus von der Gründung der Dillinger Hütte 1685 - befinden sich im Besitz der Gusswerke Saarbrücken, die jetzt abgewickelt werden. Ein Spiegel der saarländischen Geschichte und eine wertvolle Sammlung und ein Spiegel der saarländischen Geschichte, die im Saarland bleiben sollte. Doch Gespräche mit Land oder Museen haben bisher zu keinem Ergebnis geführt, obwohl sie noch nicht mal gekauft werden müsste. Woran liegt das? Im Studiogespräch erläutert SR-Kulturreporterin Barbara Grech das Problem mit solchen Schenkungen.

"Mit so einer Sammlung sind hohe Kosten verbunden"
Audio [SR 3, Studiogespräch: Gerd Heger/Barbara Grech, 14.07.2020, Länge: 02:55 Min.]
"Mit so einer Sammlung sind hohe Kosten verbunden"
Im Studiogespräch: SR-Kulturreporterin Barbara Grech

Das Problem mit solchen Sammlungen wie die der großen, schweren Tagetplatten sei zum einen die Lagerung und zudem müssten die Platten dann ja auch noch wissenschaftlich aufgearbeitet werden, sagt SR-Kulturreporterin Barbara Grech. Und zu guter Letzt wäre es natürlich auch sinnvoll, die Sammlung zugänglich zu machen, "damit sich die Saarländerinnen und Saarländer diesen Teil ihres kulturellen Erbes auch anschauen können."

"Es fehlt ein ganzheitlicher Sammlungsansatz"

Das Problem sei, dass es im Saarland keinen zentralen Ort gebe, kein zentrales Museum oder Archiv, das sich um ein solches Erbe kümmern könnte. Und dieses Problem zeige sich nicht nur bei Takenplatten. "Was fehlt, ist eine zentrale Institution, die das historische und vor allem auch das industriekulturelle Erbe, das ja für die Geschichte des Saarlandes immens wichtig ist, wirklich betreut", sagt Grech.

Im Luxemburg beispielsweise gebe es eine solche zentrale Stelle. Dort kümmere sich das Nationale Museum für Kunst und Geschichte um solche historischen Stücke. Das Museum habe dafür einen Etat und kaufe auch immer wieder Sammlungen aus dem Land auf. So etwas sei auch im Saarland dringend von Nöten, sagt Grech.

Für sie ist die Lösung "ein zentrales Landesmuseum an einem prominenten Ort", an dem auch wissenschaftliche und konservatorische Arbeit zentriert stattfinden könnte und wo sich aus dieser Arbeit interessante Ausstellungen entwickeln ließen, die sich mit der Geschichte des Landes befassen.

In anderen Bundesländern sei dies längst üblich "und wenn ein Land eine Zukunft haben will, dann ist es immer wichtig, sich seiner Geschichte, seiner Herkunft und Tradition bewusst zu sein", sagt Grech.


Das SR 3-Feature zur Dillinger Takenplatten-Sammlung

"Land & Leute"
Ein Bilderbuch aus Eisen
Früher wurden mit Takenplatten die Wohnungen geheizt. Sie waren oftmals reich verziert und erzählen uns heute viel über das damalige Leben. Im Dillingen gibt es eine weltweit einzigartige Sammlung dieser grusseisernen Platten. Das Feature am Sonntag - zu hören auf SR 3 Saarlandwelle. Im Anschluss auch als Podcast und auf YouTube.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 14.07.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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