Yves Klein, Anthropométrie de l’Époque Bleue, (ANT 82), 1960  (Foto: © Succession Yves Klein c/o ADAGP, Paris)

"Der Himmel als Atelier"

Yves Klein-Retro im Centre Pompidou Metz

Barbara Grech   17.07.2020 | 10:00 Uhr

Welcher Künstler kann schon von sich behaupten, eine eigene Farbe entwickelt zu haben? Yves Klein konnte dies. Er entwickelte sein einzigartiges Yves-Klein-Blau und nicht nur deswegen zählt er zu den wichtigen Figuren der französischen Kunstszene der Nachkriegszeit. Das Centre Pompidou in Metz zeigt nun eine Retrospektive mit Werken des jung verstorbenen Künstlers. In der Ausstellung geht es aber auch um die europäische Kunstszene der unmittelbaren Nachkriegszeit.

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Große Yves Klein Retrospektive im Centre Pompidou Metz
Audio [SR 3, Barbara Grech, 17.07.2020, Länge: 03:05 Min.]
Große Yves Klein Retrospektive im Centre Pompidou Metz

Er gilt als einer der wichtigsten französischen Künstlern der Nachkriegszeit: Yves Klein, der mit seinem "international klein blue" sogar eine eigene blaue Farbe entwickelt hat. Gemälde und Skulpturen in diesem Blau sind heute weltberühmt.

„Der Himmel als Atelier“ – so der Titel der Ausstellung in Centre Pompidou Metz - zeigt viele dieser Gemälde und Skulpturen, für die Yves Klein sein besondere Azur-Blau verwendet hat. "Diese Farbe symbolisiert in seinen Kunstwerken die Unendlichkeit, die Abstraktion, aber eben auch das Meer, den Himmel", sagt Kuratorin Emma Lavigne.

Yves Klein und die Gruppe Zero

Yves Klein et Jean Tinguely, Excavatrice de l’espace, (S13), 1958 - Version PRINT (Foto: © Succession Yves Klein c/o ADAGP, Paris)
Yves Klein et Jean Tinguely, Excavatrice de l’espace, (S13), 1958 - Version PRINT

In der Ausstellung werden die Arbeiten von Yves Klein den Werken anderer Künstler gegenübergestellt, die Zeitgenossen von Klein waren und eine ästhetische Verbundenheit mit ihm aufweisen. Zu sehen sind Spitzen-Werke von Lucio Fontana oder Jean Tinguely - und vor allem Arbeiten der deutschen Künstlergruppe Zero. Künstler, die den Rahmen einer Leinwand sprengen wollten, um in die Unendlichkeit zu gelangen wie zum Beispiel Otto Piene oder Günther Uecker. "Yves Klein hat eng mit der Gruppe Zero zusammengearbeitet. Er wurde fast schon als ein deutscher Künstler von den Mitgliedern dieser Künstlergruppe gesehen", sagt Lavigne. Es habe keine Konkurrenz, keine Rivalität zwischen diesen Künstlern gegeben. "Im Gegenteil. Sie empfanden sich als überzeugte Europäer", so die Kuratorin.

Da die grenzüberschreitende Arbeit das Werk von Klein so stark stimuliert habe, sei es ihr wichtig gewesen, diesen Aspekt in der Ausstellung in Metz, das so nah an der deutschen Grenze liege, besonders zu betonen, sagt Lavigne.

Mit dieser Ausstellung verabschiedet sich Emma Lavigne endgültig aus dem Centre Pompidou in Metz. Sie ist inzwischen die Direktorin des Palais de Tokyo in Paris.


Auf einen Blick


Das Centre Pompidou in Metz (Foto: Lars Ohlinger)

Der Himmel als Atelier
Yves Klein und seine Zeitgenossen

18. Juli 2020 bis 01. Februar 2021

Centre Pompidou Metz
1, parvis des Droits-de-l’Homme
CS 90490
F-57020 Metz Cedex 1
Tel: +33 (0)3 87 15 39 39

www.centrepompidou-metz.fr

Ein Thema in der "Rundschau" am 17.07.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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