Luftaufnahme der Halde Lydia in Fischbach-Camphausen (Foto: RAG Archiv (BeckerBredel, Frank Bredel))

Fossilien finden auf der Halde

Ur-Geschichte zum Anfassen

Mit Informationen von Tabea Prünte   30.06.2022 | 11:30 Uhr

Vom Bergbau im Saarland sind nicht nur die alten Fördertürme übrig geblieben. Ganz deutlich wurde die Landschaft auch durch die Bergehalden geprägt. Die Halde Göttelborn oder die Halde Lydia zum Beispiel sind heute beliebte Ausflugsziele, auch für Familien. Denn dort gibt es viel zu entdecken. Fossilien zum Beispiel.

SR-Reporterin Tabea Prünte hat sich mit der neunjährigen Leni und dem sechsjährigen Matti – beide ausgestattet mit Hammer und Meißel – die Halde Lydia genauer angeschaut. Spannung pur!

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Ur-Geschichte aus der Tiefe: Fossilien finden auf der Halde
Audio [SR 3, Tabea Prünte (c) SR, 30.06.2022, Länge: 03:01 Min.]
Ur-Geschichte aus der Tiefe: Fossilien finden auf der Halde

Auf der Halde Lydia haben sich die beiden auf Fossiliensuche begeben. Hier liegen Steine herum, zwischen denen etwa 300 Millionen Jahre alte Pflanzenspuren zu finden sind.

Ur-Geschichte liegt frei zugänglich auf der Halde

Am wahrscheinlichsten findet man Überreste von Farnen, erklärt der Geologe Herbert Weiss: „In diesem Kohlenwald waren die Farne die Hauptgruppe und die liegen platt gedrückt im Nebengestein.“

Doch wie kommt es, dass so alte Fossilien jetzt einfach an der Erdoberfläche herumliegen? An dieser Stelle kommt die Bergbau-Vergangenheit des Saarlandes ins Spiel, verrät der Geologe: "Die Kohle liegt in Flözen, hier im Saarland waren es, etwa 26 Flöze. Und diese Flöze wurden abgebaut. Man konnte aber nicht genau trennen zwischen dem Nebengestein und der Kohle und insofern ist dann dieses Nebengestein mit angefallen - als Bergematerial.“

Fosslien als "Abfallmaterial" der Kohlegewinnung

Das übrig gebliebene Gestein, in dem nun Fossilien zu finden sind, war beim Kohleabbau sozusagen Abfallmaterial, das man nicht gebraucht hat. Während die wertvolle Kohle von tief unter Tage an die Erdoberfläche gefördert wurde, kamen auch Nebengestein und Fossilien mit hervor, die sich dann auf den Bergehalden gesammelt haben.

Dinosaurier könne man zwar nicht finden, sagt Geologe Herbert Weiss. Trotzdem: mit ein bisschen Glück könne man einen richtigen Sensationsfund machen: „Ein ganz außergewöhnlicher Fund wäre es, eine Libelle zu finden mit zwei Meter Durchmesser, also wie ein kleiner Flugdrachen."

So kann der nächste Familienausflug zu einem richtigen Abenteuer werden. Also Hammer und Meißel nicht vergessen!


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Ein Thema in der "Region am Mittag" am 30.06.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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