Geldverschwendung oder Event?

ECHY-Ausstellung "Resonanzen" im Pingusson-Bau

Barbara Grech / Onlinefassung: Raphael Klein   29.09.2018 | 08:55 Uhr

"Resonanzen – Architektur im Aufbruch zu Europa 1945-1965" - so heißt die seit dem 29. September laufende Ausstellung in Saarbrücken, die die franz. Nachkriegsarchitektur im Saarland thematisiert. Schon im Vorfeld gab es Kritik an der Planung und den hohen Kosten. SR 3-Reporterin Babara Grech war für uns bei der Eröffnung.

Da gab es ausnahmsweise mal einen richtig warmen Geldregen aus Berlin und der EU für das Saarland. Im Rahmen des europäischen Kulturerbejahres wurde das Projekt "Resonanzen" doch immerhin mit rund 400.000 Euro bezuschusst. Gepunktet hatte das Saarland bei der Geldvergabe mit der außergewöhnlichen Architektur der Nachkriegszeit, die die Franzosen hier hinterlassen haben - also beispielsweise dem Pingusson-Gebäude oder dem Sender Europe 1.

"Man hätte etwas Größeres veranstalten können"

Ausstellung "Resonanzen": "Man hätte etwas Größeres veranstalten können"
Audio [SR 3, Barbara Grech, 01.10.2018, Länge: 03:19 Min.]
Ausstellung "Resonanzen": "Man hätte etwas Größeres veranstalten können"

Doch ob es den Saarländerinnen und Saarländern mit dieser Ausstellung tatsächlich gelinge, in diese Zeit und diesen Geist einzutauchen, das dürfe bezweifelt werden, findet SR 3-Kulturreporterin Barbara Grech. Vielmehr sei die Ausstellung "Resonanzen“ ein Spielplatz für Architektur-Liebhaber, Städteplaner und Saar-Statuts-Romantiker.

"Was hätte man nicht alles auf die Beine stellen können in diesem Gebäude? Szenerien die von dieser unnachahmlichen französischen Eleganz und Pracht der 50er-Jahre erzählen hätten können", so Grech über die Umsetzung der Schau. In die Kuratierung dieser Ausstellung seien die ganzen Gelder von Bund und EU jedenfalls nicht geflossen, meint sie.

Immerhin - etwas Postives hat sie dann doch entdeckt: Das über Jahre vernachlässige Repräsentationsgebäude der ehemaligen französischen Botschaft sei mal wieder ordentlich sauber gemacht worden. Auch ein Café, mit nicht ganz stilechten Korbsesseln, wurde eingerichtet.

Aber: "Mit dem Geld für das Kulturerbejahr und dem Rückenwind, das dieses europäische Kulturereignis in diesem Jahr verursacht hat, hätte man nun wirklich noch was ganz anderes und Größeres veranstalten können.", so Grech.

Video [aktueller bericht, 28.09.2018, Länge: 2:58 Min.]
Resonanzen-Ausstellung in Saarbrücken

Zur Ausstellung: Architektur und Stadtplanung

Im Mittelpunkt der großen kulturhistorischen Ausstellung steht die Frage, welche Rolle Architektur und Stadtplanung in den beiden Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg im Saarland und in Lothringen gespielt haben. Ausstellungsorganisatorin Marlen Dittmann und Kulturminister Ulrich Commerçon erhoffen sich von der Schau auch rege Diskussionen über die Bedeutung und die Zukunft historischer Gebäude an der Saar.

Kulturminister Ulrich Commerçon, der Deutsche Werkverbund Saar e.V. und das K8 Institut für strategische Ästhetik haben diese Schau im Rahmen des Projektes "Resonanzen – Die langen Wellen der Utopie“ in die Wege geleitet.


Auf einen Blick


Der Pingusson-Bau in Saarbrücken. (Foto: Pasquale D'Angiolillo)
Der Pingusson-Bau in Saarbrücken.

Wann? 28. September bis 30. November 2018
Wo? Pingusson-Gebäude, Hohenzollernstraße 60, 66117 Saarbrücken
Öffnungszeiten: Di-So, Mo-Di, 11.00 bis 17.00 Uhr
Eintritt: frei

Weitere Informationen unter:
resonanzen.eu/ausstellung/

Mit der Ausstellung "Resonanzen – Architektur im Aufbruch zu Europa 1945-1965" im Pingusson-Bau in Alt-Saarbrücken leistet das Saarland vom 29. September bis Ende November seinen Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr "Sharing Heritage".

Ein Thema in der "Region" vom 29.09.2018 auf SR 3 Saarlandwelle.

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