Ausstellungsansicht „Claire Morgan – Joy in the Pain“  (Foto: Claire Morgan, Courtesy Galerie Karsten Greve, Paris, Köln, St. Moritz, Foto: Stiftung Saarländischer Kulturbesitz / Tom Gundelwein)

Claire Morgan - "Joy in the Pain"

Barbara Grech   09.07.2021 | 16:55 Uhr

Schmeißfliegen, Pusteblumen, Plastikstreifen - Materialien, aus denen die irische Künstlerin Claire Morgan Kunstwerke von atemberaubender Ästhetik schafft. Im großen Atrium des Erweiterungsbaus der Modernen Galerie des Saarlandmuseums sind diese Raum-Installationen nun in einer Ausstellung zu sehen.

Es sind zarte Gebilde, die da von der Decke hängen – wie aus einer anderen Welt. Raumfüllende Kugeln, Würfel oder Prismen, dreidimensional, durchsichtig und man hat den Reflex hineingehen zu wollen, wie in eine Wolke. Und genau so wirken sie auch: wie Wolken.

Moderne Galerie: "Joy in the Pain"
Audio [SR 3, Barbara Grech, 09.07.2021, Länge: 03:07 Min.]
Moderne Galerie: "Joy in the Pain"

Im großen Atrium des Museums hängen an hauchdünnen, durchsichtigen Fäden blaue Schmetterlinge… ein Meer von blauen Schmetterlingen. Wenn man allerdings genauer hinschaut, entpuppen sich die lyrischen Schmetterlinge als Fetzen einer blauen Mülltüte.

Was wir achtlos wegschmeißen, was uns ekelt oder uns, bestenfalls, nicht interessiert, daraus macht Claire Morgan ihre Kunstwerke.

Claire Morgan: "Here is the End of All Things", 2011, Schleiereule (Taxidermie), Schmeißfliegen, Distelsamen, Nylonfaden, Blei, Acryl, 4 Teile (Foto: © Claire Morgan, Courtesy Galerie Karsten Greve, Paris, Köln, St. Moritz, Foto: Stiftung Saarländischer Kulturbesitz / Tom Gundelwein)

Quader aus Schmeißfliegen beispielsweise, die in der Luft hängen. Oder Distel-Samen, die sie zu einer geometrischen Skulptur werden. Dabei sind die Werke Morgan sind so fragil, dass man sie wegpusten könnte. Und darin liegt die die zweite Botschaft ihrer Kunst: die Zerbrechlichkeit der Natur, des Schönen um uns herum.

"Joy in the Pain" - "Freude am Schmerz" zeigt Raum-Installationen, die dem Betrachter mehr als nur die Faszination über diese märchenhaften Gebilde verschafft.


Auf einen Blick


Claire Morgan: "All of the things I have ever lost", 2020 – 2021, zerschlissene Polyethylenfolie, Nylonfaden, Blei, Acryl,  (Foto: © Claire Morgan, Courtesy Galerie Karsten Greve, Paris, Köln, St. Moritz, Foto: Stiftung Saarländischer Kulturbesitz / Tom Gundelwein)

Claire Morgan
Joy in the Pain
10. Juli 2021 bis 6. Februar 2022
Saarlandmuseum —Moderne Galerie

Für den Museumsbesuch ist nur eine Kontaktdatenerfassung erforderlich. Diese kann an der Museumskasse oder über die Luca-App erfolgen.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 09.07.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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