Mobiler Blitzer zur Geschwindigkeitsmessung, ein sogenannter „Enforcement Trailor“ im Einsatz  (Foto: picture Alliance/Chromorange)

Wo ist Uwe?

Michael Friemel   02.03.2020 | 11:45 Uhr

Ich weiß gar nicht mehr, wer es uns erzählt hat, aber seither ist er auch bei uns zuhause nur noch „der Uwe“. Irgendwer im Bekanntenkreis hatte von einem befreundeten Polizisten gehört, dass die Saarbrücker Beamten ihn nur noch „den Uwe“ nennen. Ihren neuen mobilen Blitzer. Dieses Teil, das aussieht, wie eine Panzersperre und das alle drei Tage an einen anderen Ort geschleppt wird. Ein Ort, von dem wir alle wissen, dass es natürlich ein Ort unserer schönen Landeshauptstadt ist, an dem es häufig zu Unfällen kommt, und der sich nicht lediglich zum schnellen Geldverdienen durch Uwe eignet.

Uwe ist im Grunde seines Herzens ein Guter. Bisher kannten ihn die Saarländer nur aus dem benachbarten Ausland - von der A6 hinter Bruchmühlbach-Miesau. Das war sein Revier, da streifte er von Baustelle zu Baustelle. Und dort schien er einem Saarbrücker so gut gefallen zu haben, dass er ihn zu einer ersten Stippvisite an die Saar lockte. Auch wenn er an seinem Kennzeichen noch immer nur als Gast aus der Ferne zu erkennen ist: Es heißt, die Saarbrücker Beamten liebten Uwe. Und man lernt sie als stiller Beobachter durch ihn auch etwas persönlicher kennen.

Wer ihnen einmal dabei zugeschaut hat, wie sie versuchen, Uwe an einem neuen Einsatzort rückwärts einzuparken, der erkennt zum Beispiel sofort, dass sie wohl keine leidenschaftlichen Campingurlauber sind. Sie finden mit ihrem geschulten Auge auch immer ganz besonders gut geeignete Standplätze, wie Bushaltestellen oder nur wenig genutzte Fahrradwege.

Auch die Bürgerinnen und Bürger von Saarbrücken profitieren in ganz wundervoller Weise von Uwe. Dank ihm fahren sie wieder mit offenen Augen durch ihre Stadt. Stets bereit, etwas neues zu entdecken, lösen sie den Blick immer häufiger von der Straße und schauen sich auch mal ihre  Umgebung etwas genauer an. Und mein Freund Achim freut sich schon total auf den Wonnemonat Mai. Wenn sie den Uwe wieder aufklappen, und eine freundliche Lisdorferin daraus Spargel und Erdbeeren verkauft.

Michael Friemel


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