Portemonnaie, Schlüssel und Handy liegen mal wieder zu Hause (Foto: SR)

„Schlüsselmomente“

Michael Friemel   14.01.2019 | 10:45 Uhr

Der Schlüssel zum Pünktlich nach Hause kommen? Ist nicht selten der Schlüssel selbst. Ich schätze, mindestens dreiviertel der Deutschen kommen täglich zu spät nach Hause, weil sie ihren Schlüssel vergessen, oder erst gar nicht finden. Da brauche ich mir doch nur mal die Schlüsselmomente hier auf dem Halberg anzuschauen.

Andauernd stehen da wieder Kollegen vor mir, die das Funkhaus längst verlassen hatten aber wieder zurückkamen. Weil sie auf dem Parkplatz feststellen mussten, dass sie ihren Schlüssel auf dem Schreibtisch liegen haben lassen. Oder sie kommen erst gar nicht dazu, das Funkhaus zu verlassen, weil sie schon beim Anziehen bemerken, dass sie ihren Schlüssel nicht mehr finden.

Da suchen dann manchmal ganze Abteilungen gemeinsam die Flure ab, um den Übeltäter meistens nach dreißig Minuten ganz einfach in der Jackentasche seines Besitzers – oder auch schon erlebt – ganz absurd, in seiner Hand zu finden. Ein Kollege aus der Technik hatte seinen Schlüsselbund in der Tat mal die ganze Zeit in der Hand, während er ihn verzweifelt überall suchte.

Oder die Kollegin vom Fernsehen, die letzte Woche eine ganze Stunde lang nach Ihrer Sendung das Funkhaus auf den Kopf stellen musste. Um dann zu guter Letzt in ihrem Wechselturnschuh fündig zu werden.

Die schönste Schlüsselanekdote kann ich von meinem Freund und Faasenachtskollegen Achim erzählen. Der hatte seinen Autoschlüssel während des Saarbrücker Rosenmontagsumzuges mal ganz sicher in der Jutetasche verstaut, die er über der Schulter trug. Ganz unten. Unter den Bonbons. In der letzten Kurve des Umzugs, in Burbach, nach knapp sechs gelaufenen Kilometern, aber fataler noch zwölf getrunkenen Urpils, griff er zum großen Finale beherzt in seine Tasche, und feuerte mit einem lautstarken Alleh Hopp nicht nur die letzten Guddzjer, sondern mit ihnen auch seinen Autoschlüssel in die Menge.

Noch während sich diese brisante Mischung auf ihrer Flugbahn befand, realisierte Achim, was er da gerade getan hatte, und seine Gesichtszüge wechselten von Jubel zum Jammer. Ob dieser Schlüssel jemals von jemandem aufgehoben wurde, ist nicht bekannt. Wir wissen nur, dass – wie so oft im Leben – mal wieder die Gattin mit dem Reserveschlüssel die Rettung war. Alleh hopp.

Michael Friemel


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