Verschiedene Tonnen zum Trennen von Müll (Foto: pixabay/blickpixel)

Mülltrennung

Friemeleien

  17.08.2020 | 10:45 Uhr

Es hält bei mir immer so ´n halbes Jahr an, dann schmeiße ich wieder das Handtuch. Die Sache mit der kleinen Mülltonne. Bereits zum dritten Mal habe ich jetzt innerhalb von drei Jahren meine Tonne tauschen lassen. Von der großen 240-Liter Restmülltonne, auf das kleinere 120-Liter-Gefäß wie es im Mülldeutsch so schön heißt – und wieder zurück.

Immer wieder glauben wir, wenn wir nur genug trennen, mit der kleinen Tonne hinzukommen. Und immer wieder werden wir eines Besseren belehrt.

Manchmal frage ich mich, wie das andere Leute machen. In unserer Nachbarschaft gibt es ein Dreifamilienhaus, die haben EINE Kleine Tonne für alle drei Parteien. Und wenn die dann nach zwei Wochen am Straßenrand steht geht auch noch der Deckel zu !

Wir sind alleine, und nach einer Woche wird unser jüngster Sohn einmal in die Tonne gehoben, um zu stampfen, damit noch was drauf geht.Jetzt kommen sie mir nicht mit der Müll-Trenn-Nummer. Wir trennen wie die Weltmeister. Papier in die Blaue Tonne, Glas in den Container, alles mit dem Grünen Punkt in den gelben Sack und üwwerische Linsesupp in die Kloschüssel.Mehr geht nicht. Trotzdem krieg ich die Klappe nach zwei Wochen nicht mehr zu.

Wir sind zu fünft. Mit Hund zu sechst. Aber wir brauchen keine Windeln mehr und betreiben auch keine gewerbsmäßige Abfallentsorgung für die Nachbarschaft. a werden wir doch wohl alle zwei Wochen mit so ´ner kleinen 120-Liter-Tonne hinkommen.

Um mal richtig zu verstehen, wie so etwas funktionieren kann, habe ich kürzlich sozusagen einen kleinen Müllkurs bei meinem Freund und seiner Frau absolviert. Die beiden sind zwar nur zu zweit, aber insofern Ansporn für mich, da sie nicht nur mit einer kleinen Mülltonne auskommen, sondern – und das scheint mir die Hardcore-Nummer zu sein – auf Leerung dieser schon kleinen Tonne alle VIER Wochen umgestellt haben. Und selbst nach diesen vier Wochen überlegen sie noch, was sie außerdem aus dem Keller oder der Garage draufpacken könnten. Wie das geht, davon durfte ich mich also an einem Nachmittag letzte Woche überzeugen.

Alles eine Frage der Organisation. Und eines Trennungseifers, der mich Blass werden ließ. Da wird vom Wurstpapier aus der Metzgerei sogar noch der hauchdünne Folienteil abgezogen und getrennt entsorgt.

Bestimmte Verpackungsanteile von Lebensmitteln werden geradewegs wieder zum Geschäft zurückgekarrt und dort rechtmäßig abgegeben.

Essensreste werden an die umliegenden Nachbarstiere und trockenes Brot an befreundete Pferdebesitzer abgegeben, wenn es nicht vorher zur Semmelbröselherstellung im eigenen Haus recycelt wird.

Bevor dann auch noch Bild- und Saarbrücker Zeitung in unterschiedliche Papiertonnen entsorgt wurden habe ich mich aus der Schulung verabschiedet und beschlossen:

Wir brauchen wieder eine große 240-Liter-Tonne. Das ist es mir wert!

Michael Friemel


Die Friemeleien im Podcast

Michael Friemels "Friemeleien"
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Die Friemeleien: Immer montags in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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