Ein Patient sitzt vor einem Tablett mit seinem Essen. (Foto: dpa)

Krankenhausessen

Michael Friemel   08.04.2019 | 10:45 Uhr

Man hört es ja immer schon von Weitem kommen. Das Essen im Krankenhaus. Da klapperts auf dem Flur, wenn der schwere, große Wagen anrollt...

Zimmer für Zimmer wird die Stimme der Schwester beim Servieren lauter. Wer ganz hinten wohnt, hat die größten Chancen, zumindest etwas näher an die von zu Hause gewohnten Essenszeiten heranzurutschen. Diejenigen mit den Krankenzimmern ganz am Beginn des Flurs haben mitunter mit einer dezenten Mahlzeitenverschiebung zu kämpfen. Da kommt das Mittagessen zur Frühstückszeit und das Abendessen wird schon zur Kaffeezeit mit dem Tablett auf dem Besuchertisch vorm Bett abgestellt.

Und da steht es dann so rum. Während noch der Besuch vom Nachmittag da rumsitzt, und nicht müde wird, zu sagen: „So – jetzt geh ma awwa hämm! Du haschd jo schunn es Oowendesse do stehn!“

Da man aber genau weiß, was sich unter dem Deckel befindet, ist man gar nicht so scharf darauf, den fröhlichen Besuch gegen eine Scheibe Graubrot einzutauschen. Den dazu gereichten Joghurtbecher hat man bereits an die Kinder verfüttert, und so bleibt nur noch das, was man am Vorabend per Ankreuzen als „Regionale Wurst- und Käseplatte mit frischem Brotkorb“ bestellt hat.

Beim Lüften des Deckels guckt sie einen dann an. Die regionale Wurst- und Käseplatte. Mittig eine Scheibe Lyoneraufschnitt, umrahmt von einem Babybel und einer Gurke, begleitet von zwei Scheiben Brot und einem Päckchen Butter.

Anfangs dachte ich ja immer: Wie will man denn bei sowas gesundwerden?

Inzwischen habe ich die Intention dahinter verstanden. Die wollen schon, dass wir schnellstmöglich wieder genesen. Denn wer dabei nicht schleunigst gesund werden will, der ist wirklich krank!

Michael Friemel


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