Eine Tasse Kaffee (Foto: Pixabay)

Kaffeetrends

Michael Friemel   12.11.2018 | 10:40 Uhr

Wer dieses Mal gewartet hat, der hat alles richtig gemacht. Wer beim Kaffee nicht auf jeden Trend aufgesprungen ist, und weiterhin seine Tasse frisch per Filter aufgebrüht hat – der hat nicht nur bares Geld gespart, sondern der ist jetzt sogar ganz ohne eigenes Zutun total hipp!

Das Jahrzehnt der Créma scheint vorbei – die Kaffeetrinker von heute pfeifen plötzlich wieder auf den Schnurres vom goldbraunen Häubchen auf der nur dreiviertelvollen dickwandigen vorgewärmten Tasse. Der Pumpendruck interessiert sie nicht mehr die Bohne. Und Latte Macchiato und Co. sind längst wieder out.

Der Kaffeetrinker von heute mags schlicht. Getrunken wird wieder schwarz. Pur. Unverfälscht. Er fokussiert sich bei seinen Ausführungen wieder weniger auf die Maschine als vielmehr auf die Bohne. Er weiß genau, wo sein Kaffee herkommt; die wievielte Abzweigung man von welchem Feldweg in Guatemala nehmen muss, um zur Lieblingsplantage zu gelangen, um die herum die einheimischen Bauern ein Freudentänzchen aufführen, weil wir ihre Produkte ja inzwischen alle so fair handeln.

Aufgebrüht wird im alten Porzellanfilter. Und riechen tut´s deswegen in unseren Küchen jetzt wieder wie früher bei Oma. An Allerheiligen. Wenn alle um den ausgezogenen Küchentisch herumsaßen und - das Verwöhnaroma in der Nase - darauf warteten, dass der nächste Kaffee „durch war“.

Michael Friemel


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