Armaturen an einer Badewanne (Foto: Th. Sommer)

Hotelbäder

Michael Friemel   23.11.2020 | 10:40 Uhr

Ich hab mal eine Frage an die Hotelinnenarchitekten unter Ihnen: Wie oft laden Sie Ihre Mitbewohner zuhause eigentlich dazu ein, sie mal unter der Dusche, oder besser noch aufm Klo zu beobachten? Ach, gar nicht so häufig? Und warum denken Sie dann, dass Hotelgäste total drauf stehen, wenn man ihnen bei der Köperhygiene zuguckt?

Was bitteschön ist denn das für ein beknackter Trend, dass die elegante  Badewanne frei im Hotelzimmer steht, oder – viel schlimmer noch - das Badezimmer und der Schlafbereich nur noch durch eine stylische  Glasscheibe voneinander getrennt sind? Natürlich ist mir klar, dass die Aussicht vom Klo über das Bett durchs dahinterliegende Panoramafenster zur Skyline hinaus schöner ist, als wenn man bei Müssen müssen auf die direkt vor der Stirn geschlossene Badezimmertür starrt. Aber wie jede Medaille hat ja auch diese Badezimmerverglasung zwei Seiten.  Und von der einen guckt man zwar schön raus, aber von der anderen nun mal nicht ganz so schön rein.

Reicht es nicht, dass Badezimmertüren im Hotel meist eh schon so dünn sind, dass man den Partner gerne mal bittet, vielleicht noch ein bisschen länger beim Frühstück sitzen zu bleiben, den Fernseher etwas lauter zu drehen, oder mal kurz frische Luft auf dem Balkon zu schnappen, während man sich selbst vom ordnungsgemäßen Zustand der sanitären Anlagen überzeugt?

Ich dachte ja, nach dem Ersatz der Kleiderschränke durch eine schlichte offene Kleiderstange im kleinen Eingangsbereich des Zimmers, und dem Wegfall des Schwimmbads zugunsten eines Fitnessraums hätte ich die schlimmsten Entwicklungen im Hotel überstanden!
Aber jetzt warte ich gespannt auf das erste Hotelzimmer, in dem die Kloschüssel mitten im Raum direkt vorm Fernseher steht. Mit frei von der Decke schwebender Edelstahlabzugshaube und App-gesteuerter Spülung.

Michael Friemel


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