Schlüsselbund (Foto: pixabay (CC0))

„Die Geschichte des O“

Michael Friemel   21.01.2019 | 10:45 Uhr

Letzte Woche hab ich an dieser Stelle Geschichten über vergessene und verlorengegangene Schlüssel erzählt. Man, was wurde ich da drauf häufig angesprochen. Mit Kollege Oliver Hottong habe ich auch mal eine sensationelle Schüsselgeschichte erlebt...

Mit Schlüsseln scheint wirklich jeder seine ganz eigenen Erfahrungen gemacht zu haben. Von den im abgeschlossenen Haus vergessenen Schlüsseln bis hin zu abgebrochenen Exemplaren im Zündschloss des Dienstwagens.

Mit Kollege Oliver Hottong habe ich auch mal eine sensationelle Schüsselgeschichte erlebt. Wir standen vor Jahren mal gemeinsam auf dem Flur, plauschten über dies und das, als Kollege O. schlagartig und unerwartet kreidebleich wurde. Mitten im Satz schien ihm etwas widerfahren zu sein, das in irgendeinem Zusammenhang mit seiner Hosentasche zu tun hatte.

Denn beim Erbleichen glitt sein Blick auf eben diese rechte Hosentasche, in der er seine rechte Hand hatte.

Zunächst befürchtend, er hätte festgestellt, dass in der Hose was fehlt, musste ich erkennen, dass das genaue Gegenteil der Fall war. Dass in der Hose etwas aufgetaucht war, was dort so gar nicht sein durfte.

Vor drei Stunden hatte er sein Wohnhaus verlassen, um zur Arbeit zu fahren. Da bemerkte er auf der anderen Straßenseite eine ältere Dame, die mit dem Rollator versuchte, die drei Stufen zur Haustür ihres Mehrfamilienhauses hinaufzukommen.

Ich hätte mich im Kollegen O. auch sehr getäuscht, wenn er nicht umgehend behilflich gewesen wäre. So schloss er ihr also die Tür auf, half er ihr mit der Gehhilfe ins Haus, fragte noch höflich, ob er sie noch zur Wohnungstüre bringen könne, was die Dame aber dankend ablehnte; das sei jetzt kein Problem mehr.

Nun stand er also bei mir im Flur. Ahnen Sie schon, was er da so kreidebleich und mit zitternder Stimme aus seiner rechten Hosentasche zog? Richtig: einen Haustürschlüssel. Und zwar nicht irgendeinen Haustürschlüssel, sondern den der Dame von Gegenüber.

Den hatte er für sie festgehalten, nachdem sie die Haustür aufgeschlossen hatte, und ihren Rollator in den Hausflur wuchtete.

Sie glauben ja gar nicht, wie schnell der Kollege rennen kann …

Michael Friemel


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