Grafik Coronavirus (Foto: Pixabay/Visuals3D)

Ein halbes Jahr Corona-Pandemie

Steffani Balle / Onlinefassung: Jessica Sproß / Anne Staut   27.07.2020 | 12:00 Uhr

Vor genau einem halben Jahr, am 27. Januar, gab es den ersten Coronafall in Deutschland: Ein Mitarbeiter einer bayerischen Firma hatte sich während einer Dienstreise in China infiziert. Bis die Pandemie im Saarland ankam, dauerte es noch bis März. SR-Reporterin Steffani Balle mit einem Rückblick über die letzten sechs Monate.

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Ein halbes Jahr Corona
Audio [SR 3, Steffani Balle, 27.07.2020, Länge: 04:14 Min.]
Ein halbes Jahr Corona
Vor genau einem halben Jahr, am 27. Januar, gab es dann den ersten Corona- Fall in Deutschland: Ein Mitarbeiter einer bayerischen Firma hatte sich während einer Dienstreise in China infiziert. Bis die Pandemie im Saarland ankam dauerte es noch bis März. SR-Reporterin Steffani Balle mit einem Rückblick über die letzten sechs Monate.

Als Ende Januar die erste Coronainfektion in Deutschland bestätigt wurde, lautete die Lesart der Corona-Pandemie-Gefahr noch, dass das Coronavirus auch ins Saarland kommt, ist sehr unwahrscheinlich. Entsprechend unbesorgt waren damals die Saarländer noch. Das änderte sich schlagartig am 3. März. Als eines der letzten Bundesländer hatte das Saarland einen ersten Coronainfizierten.

Die Zahl der Infizierten im Saarland stieg im Anschluss schnell an. In der ersten Woche auf 14, in der Folgewoche bereits auf 169 Infizierte. Bis heute gehört das Saarland mit Bezug auf die Einwohnerzahl zu den am stärksten von der ersten Welle des Coronavirus betroffenen Bundesländern. Laut Robert Koch-Institut gab es im Saarland bislang 287,8 Fälle pro 100.000 Einwohner. Mehr Fälle gab es nur in Bayern mit 386,2 pro 100.000 Einwohner und in Baden-Württemberg mit 332,6 pro 100.000 Einwohner.

Nachgewiesene Corona-Infektionen und aktuell Infizierte

Viele schwerere Verläufe zu Beginn

Vor allem zum Höhepunkt der ersten Welle Mitte April gab es viele schwerere Krankenverläufe im Saarland. Zu diesem Zeitpunkt wurden 222 Fälle im Krankenhaus behandelt, bis zu 70 von ihnen auf der Intensivstation. Inzwischen hat sich die Situation deutlich entspannt: Derzeit werden nur noch vier Coronapatienten im Krankenhaus behandelt. Seit dem 20. Juli ist kein Coronapatient mehr auf der Intensivstation.

Betroffen waren im Saarland vor allem Pflegeeinrichtungen. Ende April gab es in saarländischen Heimen nach Angaben des Gesundheitsministeriums 250 bestätigte Infektionen.

Entwicklung der Corona-Maßnahmen im Saarland

Nachdem der erste Coronafall im Saarland im März aufgetreten war, wurde täglich über das Virus berichtet. Die Krankenhäuser im Land verschärften ihre Einlassregeln. Noch war jede Institution für die Sicherheit selbst zuständig und als in anderen Bundesländern erste Anordnungen zum Verbot von Versammlungen ausgegeben wurden, hielt sich die Saarländische Landesregierung mit Verordnungen zurück.

Erstes Maßnahmen-Paket im März

Ein erstes Paket an Maßnahmen und Regelungen verkündete Gesundheitsministerin Bachmann dann am 11. März im Parlament. Der Krisenstab ihres Ministeriums arbeitete zu diesem Zeitpunkt und bis weit in den Mai hinein quasi rund um die Uhr. Am 13. März schlossen die Schulen. Bürgertelefone liefen heiß, die Verunsicherung war groß. Auch die Angst, dass die Versorgung zusammenbrechen könnte.

Grenzkontrollen und -schließungen

Grand-Est wurde zum Risikogebiet erklärt - mit drastischen Folgen: Am 16. März ließ wurden die Grenzen zum Nachbarn geschlossen und es gab Kontrollen. Das Heilen der aufgerissenen Wunden bei den Lothringern dauert bis heute an. Am 24. März verkündete Ministerpräsident Hans: Abstand halten, nur noch aus triftigem Grund das Haus verlassen, nur noch Kontakt mit einer weiteren Person. Geschäfte mussten schließen, das öffentliche Leben stand nahezu still.

Eine sich änderte Gesellschaft

Etwas aber wuchs in dieser Zeit: die Solidarität. Balkon-Konzerte, Altenheimbesuche vom Parkplatz aus, Kultur- Veranstaltungen per Video und Skype. Die Gesellschaft veränderte sich. Masken waren noch kein Thema. Das änderte sich erst spät. Am 21. April verkündete Ministerpräsident Hans die dringende Empfehlung des Maskentragens. Verpflichtend wurde das Maskentragen im Saarland erst am 27. April.

Zurück zur Normalität

Dann wurden einige Verordnungen wieder gelockert. Das Leben erwachte so langsam aus der Schockstarre. Die Katastrophe war ausgeblieben. Bis zum Juni pendelten sich die Neuinfektionen im Saarland auf eine einstellige Größe ein und die Saarländer dachten schon wieder ans Reisen. Die neue Normalität hielt Einzug.


Weitere Hintergundinformationen:

Überblick
Alle Nachrichten rund um das Coronavirus im Saarland
In unserem Dossier informieren wir Sie über aktuelle Nachrichten rund um das Coronavirus im Saarland und der Grenzregion.

Ein Thema der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 27.07.2020.

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