René Fontaine vor einem Hordengatter (Foto: Emil Mura/SR)

Trockenheit macht Bäumen zu schaffen

Oliver Buchholz/Emil Mura   01.08.2020 | 13:42 Uhr

Die anhaltende Hitze und Trockenheit macht den Wäldern im Saarland zunehmend zu schaffen. Weil es schon das dritte Dürrejahr in Folge ist, ist der Boden auch in tieferen Schichten ausgetrocknet. Auch immer mehr heimische Bäume sind der Hitze nicht mehr gewachsen.

Trockenheit lässt Bäume absterben
Audio [SR 3, Oliver Buchholz, 01.08.2020, Länge: 02:26 Min.]
Trockenheit lässt Bäume absterben

Typisches Beispiel ist die Buche. Sie macht einen Großteil der Bäume in saarländischen Wäldern aus und gilt als heimische Baumart. Wie der Saarforst berichtet, hat aber auch sie zunehmend mit der Trockenheit zu kämpfen. Besonders alten Bäumen falle es schwer, ihre Äste bis in die Spitzen mit Wasser zu versorgen. Deswegen werfen viele Buchen in ihren Kronen die Blätter ab, so der Saarforst. Man könne beobachten, wie sie von oben nach unten absterben. Auch die wassertransportierende Rinde vieler Bäume leidet unter der Hitze. Je dünner sie ist, desto leichter kann sie abplatzen.

Saarforst versucht gegenzusteuern

Der Saarforst versucht nun gegenzusteuern und pflanzt zunehmend Eichen in die Wälder. Sie haben besonders lange Wurzeln und können deswegen in tiefere Erdschichten vordringen. Für die Bäume die einzige Möglichkeit, sich bei der Trockenheit mit frischem Wasser zu versorgen. Doch die jungen Eichen haben auch einen Nachteil. Sie scheinen Wildtieren wie Rehen besonders gut zu schmecken. Deswegen errichtet der Saarforst nun Holzzäune um die Pflanzflächen, die die Rehe abhalten sollen. Sie sind inselartig angeordnet, dass zwischen ihnen auch Bäume auf natürlichen Wege wachsen können. Außerdem können die Tiere sich weiter frei bewegen.

Zäune schützen junge Eichen

Hordengatter schützen vor Wildverbiss
Audio [SR 3, Emil Mura, 01.08.2020, Länge: 03:10 Min.]
Hordengatter schützen vor Wildverbiss

Die Zäune sind aus Borkenkäferholz, das von Sägewerken kaum noch abgenommen wird. Weil es anders als Drahtzäune verrottet, kann es auf der Fläche verbleiben und gibt dem Wald mit den Jahren seine natürlichen Nährstoffe zurück. Der Saarforst hofft, mit dem gezielten Pflanzen von Eichen den Wald robuster gegenüber dem Klimawandel zu machen. Ob die Maßnahmen wirken wird sich erst in vielen Jahrzehnten zeigen.

Ein Thema in "Guten Morgen und der "Region am Mittag" am 01.08.2020 auf SR 3 Saarlandwelle.

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