Eine Person reguliert die Heizung (Foto: Imago/Marco Steinbrenner/Kirchner-Media)

Beginn der Heizperiode: Worauf man beim Heizen achten sollte

  18.09.2022 | 09:32 Uhr

In den kommenden Wochen wird es draußen immer kälter, der Herbst steht vor der Tür. Doch wie heizt man richtig, wenn allgemein zum Energiesparen aufgerufen wird - man gleichzeitig aber Schimmelbildung vermeiden will?

Allgemein wird derzeit zum Energiesparen aufgerufen - und bei der Hitze der vergangenen Monate fiel es noch leicht, auf die Heizung zu verzichten. Doch der Herbst kündigt sich an, nach dem langen Sommer wird es nun deutlich kühler. Nachts sinken die Temperaturen sogar auf einstellige Werte. Da fällt es schon schwerer, die Heizung auszulassen.

Schimmelbildung vermeiden

Doch das Sparen hat auch ein paar Grenzen. Warmwasserspeicher sollte man zum Beispiel nicht auf unter 60°C abkühlen lassen, da sich ansonsten bedenkliche Keime wie Legionellen bilden können.

Auch bei der Regelung der Raumtemperatur gibt es verschiedene Faktoren zu beachten. Denn Mieterinnen und Mieter sind zu einem "angemessenem Heiz- und Lüftverhalten" verpflichtet, erklärt die Energieberaterin Christine Mörgen von der Verbraucherzentrale Saarland. Verzichtet man aufs Heizen, kann sich etwa Schimmel bilden.

Faustregeln fürs Heizen

Beginnt also jetzt schon die Heizperiode? Zunächst einmal müssen Mieterinnen und Mieter ganz individuell entscheiden, ab wann sie heizen möchten - das gehe eben nach dem persönlichen Kälte- und Wärmeempfinden, sagt Mörgen. "Wenn jemand gerne in einem eiskalten Schlafzimmer schläft, ist das grundsätzlich erstmal in Ordnung."

Entscheidend sei aber, dabei auf die Luftfeuchtigkeit zu achten. Denn steigt die auf über 60 Prozent ist "Schimmelgefahr in Verzug", so die Expertin. Entgegenwirken ist durch Stoßlüften möglich. Ein Messgerät für die Luftfeuchtigkeit kann helfen, das im Blick zu behalten.

Ab wann man heizen muss, um Schimmelbildung zu vermeiden, hängt sowohl von der Außentemperatur als auch vom energetischen Zustand des Gebäudes ab. Als Faustregel kann man sich merken:

  • Häuser, die vor 1977 erbaut wurden, sollten geheizt werden, sobald die Außentemperatur unter 15°C sinkt.
  • Für Häuser in energetisch besserem Zustand gilt dies ab einer Außentemperatur von etwa 12°C.
  • Grundsätzlich sollten Mieterinnen und Mieter übers Heizen nachdenken, wenn die Innentemperatur unter 16°C fällt.

Weitere Tipps zum Energiesparen

Mörgen verweist auch auf die Nachtabsenkung, also in der Nacht die Innentemperaturen herabzusetzen. Doch nicht nur über eine niedrigere Raumtemperatur kann man Energie sparen, sondern es sei auch wichtig, dass die Heizung richtig eingestellt ist. Dazu gehöre zum Beispiel, dass sie nach dem Sommer entlüftet wird, erklärt Mörgen. Und von Räumen, die nicht geheizt werden, sollten die Türen geschlossen bleiben.

Pauschale Vorgaben ließen sich aber kaum treffen, betont sie. Letztlich sei individuell zu prüfen, wie die Situation der eigenen Wohnung ist.


Christine Mörgen, Energieberaterin Verbraucherzentrale des Saarlandes.
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