Anezigenblätter verschiedener Supermärkte und Discounter (Foto: Sebastian Knöbber/SR)

Teil-Werbeverbot im Saarland in Kraft

Yvonne Schleinhege   22.02.2021 | 07:30 Uhr

Im Saarland gilt ab heute ein Werbeverbot für Produkte, die nicht zum täglichen Bedarf gehören. Das Verbot gilt für alle Geschäfte, die nach dem sogenannten Schwerpunktprinzip auch während des Lockdowns ohne Einschränkungen ihre Waren verkaufen dürfen.

Das saarländische Werbeverbot: Worum geht es?
Audio [SR 3, Studiogespräch: Janek Böffel/Yvonne Schleinhege, 22.02.2021, Länge: 03:34 Min.]
Das saarländische Werbeverbot: Worum geht es?

Kaufanreize vermeiden, Kontakte einschränken und für mehr Fairness im Handel sorgen, so begründet die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) das Teil-Werbeverbot. Das hat in den vergangenen Tagen durchaus für Diskussionen gesorgt: Zustimmung hab es von einzelnen Händlern und auch der IHK – beim saarländischen Einzelhandelsverband hingen spricht man von einem "Sturm im Wasserglas" und zweifelt an der Wirkung. Lautstarke Kritik kam von Verlegern und aus der Werbewirtschaft.

Halten sich Supermärkte, Discounter und große Warenhäuser nicht an das Verbot drohen Strafen zwischen 1.000 und 10.000 Euro. Auf SR-Anfrage teilte ALDI SÜD mit, dass man bereits seit einer Woche keine Prospekte mehr im Saarland verteile. Auch bei Lidl habe man entsprechende Werbeanzeigen gestoppt und verzichte auf Sonderwerbung.

Saarländischer Sonderweg

Ein Globus-Sprecher teilte den SR mit, dass man ab der kommenden Woche die Werbung für Non-Food-Produkte komplett einstelle – bereits gedruckte Prospekte durften noch verteilt werden. Mit dem Teil-Werbeverbot geht das Saarland einen Sonderweg: Nach SR-Recherchen sind in keinem anderen Bundesland ähnliche Maßnahmen geplant. Auch weil mancherorts bezweifelt wird, ob diese vor Gericht lange Bestand haben würden.

 Das Teil-Werbeverbot ist Bestandteil der neuen Corona-Verordnung der Landesregierung, die ab heute gilt. Die neue Corona-Verordnung gilt zunächst bis zum 28. Februar.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 22.02.2021 berichtet.

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