Stahl-Industrie (Foto: SR)

Stahlindustrie fordert verlässliche Rahmenbedingungen

Karin Mayer / Onlinefassung: Anne Staut   03.05.2021 | 20:53 Uhr

Die Stahlindustrie in Deutschland soll wettbewerbsfähig und klimafreundlich aufgestellt werden. Über konkrete Maßnahmen und Förderkonzepte hat am Montag der Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier mit den Spitzen der Stahlunternehmen gesprochen. Der Konzernbetriebsratsvorsitzende der Stahlholding Saar, Michael Fischer, fordert klare Zusagen für die Stahlindustrie.

Stahlindustrie fordert Investitionshilfen für klimafreundlichen Umbau
Audio [SR 3, Karin Mayer, 04.05.2021, Länge: 01:04 Min.]
Stahlindustrie fordert Investitionshilfen für klimafreundlichen Umbau

Nach dem ergebnislosen Stahlgespräch im Bundeswirtschaftsministerium sagte Fischer dem SR, das Handlungskonzept Stahl liege auf dem Tisch, nun gehe es darum zu handeln. Stattdessen gebe es nur Absichtserklärungen und Wiederholungen aus dem Ministerium. Um die Zukunft der Stahlindustrie zu sichern, seien Milliardeninvestitionen nötig.

Er sei persönlich enttäuscht, dass Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) keine konkreten Zusagen zu Investitionsförderung mache. Fischer forderte, schnell ein weiteres Treffen mit dem Minister oder die klare Aussage, dass man keine Stahlindustrie mehr haben möchte. Wer jetzt nicht handle, gefährde weitere Jobs in der Branche, so Fischer. 

Schutz vor Billiganbietern gefordert

Fünf Milliarden Euro für den klimafreundlichem Umbau der Stahlindustrie zwischen 2022 und 2024 hat das Bundeswirtschaftsministerium nach dem Treffen angekündigt. Das klingt viel, ist aber nicht neu, sagt auch die Wirtschaftsvereinigung Stahl. Das Förderprogramm zur Dekarbonisierung der Industrie und zum Einsatz von Wasserstoff sei schon vorher bekannt gewesen.

Die Stahlindustrie könne durch den Einsatz von Wasserstoff bis 2030 ein Drittel des CO2-Ausstosses reduzieren, sagte ein Sprecher der Wirtschaftsvereinigung dem SR. Nötig seien aber verlässliche Rahmenbedingungen. Bundesweit sind Investitionen in Höhe von 35 Milliarden Euro nötig. Dillinger und Saarstahl gehen von Aufwendungen in Höhe von drei bis 3,5 Milliarden Euro aus. 

Um höhere Kosten für grünen Stahl auszugleichen, fordern die Stahlhersteller zudem mehr Schutz vor Billiganbietern. Die IG Metall fordert zehn Milliarden Euro für einen Transformationsfond zum grünen Umbau der Stahlindustrie. Außerdem mehr Tempo und konkrete Förderzusagen.

"Grüner Stahl" aus Dillingen

Im Saarland hatten die Unternehmen Dillinger und Saarstahl im vergangenen Jahr eine Produktionsanlage für CO2-freien Stahl eingeweiht.

Zusätzlich haben die Unternehmen Dillinger und Saarstahl im März 28 Millionen Euro in eine neue Entstaubungsanlage und in Wärmerückgewinnung investiert. Bis ausreichend Wasserstoff für eine grüne Stahlproduktion verfügbar ist, wird es allerdings wohl noch dauern.

Nach Informationen des Konzernbetriebsratsvorsitzenden verhandeln Dillinger und Saarstahl weiter über die angekündigte Auslagerung von 1000 Arbeitsplätzen

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 03.05.2021 berichtet.

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja