Steinwände des jeweiligen Zeitalters trennen die Gänge ab (Foto: Verena Klein)

Ein Streifzug durch 400 Millionen Jahre Erdgeschichte

Das Zentrum für Biodokumentation in Reden

 

(08.08.2013) Einst lehrte er die Dinosaurier das Fürchten, heute liefert er Wissenschaftlern neue Erkenntnisse über frühes Leben. Das monströse Urzeitwesen Arthropleura armata, ein Riesentausendfüßler von zweieinhalb Metern Länge, bevölkerte bis vor 300 Millionen Jahren unter anderem den Pfälzer Wald. In der geologischen Sammlung des Saarlandes, die in der Lampenstube des Bergwerks Reden untergebracht wurde, ist der fossile Überrest des Tieres zu bewundern.

Steinwände des jeweiligen Zeitalters trennen die Gänge ab (Foto: Verena Klein)
Steinwände des jeweiligen Zeitalters trennen die Gänge ab

Er stammt aus dem Karbon Zeitalter, dem zweitältesten im Saarland. Bergleute haben das Fossil in den 1930er Jahren unter Tage beim Steinkohleabbau gefunden. Der Abbau wurde sofort gestoppt und das Fossil abgetragen. Dank aufmerksamer Bergmänner beherbergt die Sammlung in Reden jetzt den größten Überrest eines Riesentausendfüßlers weltweit. Und er ist bei weitem nicht das einzige Exponat, das es in dieser Größe nur hier zu bestaunen gibt. Experten aus der ganzen Welt loben vor allem die Exponate des Karbon Zeitalters in Reden.

Fossilien (Foto: Verena Klein)
Fossilien

Die Sammlung Geologie der Region ist ein wahres Kleinod: Hier findet man unter anderem Meerestiere, Edelsteine, Saurierfährten und Reste des Mammuts. Die originalen Exponate sind in fünf große Blöcke aufgeteilt, die für die fünf Erdzeitalter im Saar­land stehen: vom Devon vor 415 – 350 Millionen Jahren bis zum Quartär vor 2 Millionen Jahren bis heute. Große, hohe Steinwände des jeweiligen Zeitalters trennen die einzelnen Gänge ab. Die Dokumentare sind im ganzen Saarland unterwegs gewesen, haben die Gesteine der jeweiligen Erdzeitalter gesucht und hier eingesetzt. Die Wände darf man berühren, andere Exponate allerdings nicht. Hier erfährt man zum Beispiel, dass der Schaumberg eigentlich ein Vulkan ist, der aber nie ausbrach oder dass in einem Gebiet bei Düppenweiler das Gestein aller fünf Erdzeitalter an die Oberfläche gekommen ist und dort angeschaut werden kann. Oder aber, dass wir uns erdgeschichtlich betrachtet in einer Zwischeneiszeit befinden und bald wieder ein so gewaltiger Klimawandel stattfinden müsste, dass 80 Prozent des Lebens auf der Erde ausgelöscht werden.

Millionen Jahre alte Knochen (Foto: Verena Klein)
Millionen Jahre alte Knochen

Wunderschöne, beeindruckende Quarzbrocken zieren die Ausstellung. Ein großes Landschaftsmodell erklärt anhand von verschiedenen Farben die Erdzeitalter im Saarland. Und damit das alles nicht ganz so theoretisch bleibt, gibt es das Geo Lab für Schulklassen. An einem 15 Meter langen Labortisch dürfen Kinder hier Millionen Jahre alte Steine in die Hand nehmen, sie untersuchen, zertrümmern und mit dem Mikroskop arbeiten. Wer keine Führung mitmacht, kommt dennoch bestens in der Ausstellung zurecht. Alles ist einfach erklärt. Filme und animierte Karten führen verständlich durch die Zeitalter. Eine höchst interessante Sammlung, die vor allem durch ihre einzigartigen und originalen Exponate glänzt!

Neben der geologischen Sammlung gibt es in dem Grubengebäude in Reden auch eine Sammlung von einheimischen und exotischen Spinnen, Schmetterlingen, Skorpionen und Käfern. 1,4 Millionen Exemplare strahlen in den unglaublichsten Farben aus Glaskästen entgegen. Von azurblau über korallenrot bis neongrün. Allerdings kann man sie nur nach telefonischer Anmeldung betrachten. Die Tiere werden hinter verschlossenen Türen aufbewahrt. Auch große ausgestopfte Tiere aus aller Herren Länder gibt es zu sehen. Manche von ihnen eine Seltenheit, denn sie unterliegen mittlerweile dem Artenschutz und dürfen nicht mehr ausgestopft werden. Wie der Kiwi aus Neuseeland zum Beispiel. Wenn das Licht hinter der verschlossenen Tür angeht, erschreckt man über den riesigen brüllenden Löwen, der vor einem steht und bestaunt verwundert das Riesengürteltier mit seinem immensen Panzer. Übrigens suchen die Dokumentare ständig Interessierte, die beim Katalogisieren und der Aufbewahrung der Tiere behilflich sind. Ein Blick hinter diese Türen lohnt sich!

Verena Klein


Kontakt


Zentrum für Biodokumentation
Am Bergwerk 11
66578 Schiffweiler
Landsweiler-Reden

Tel: (0681) 501 – 34 50 oder (0681) 501 – 34 60

E-Mail: A.Bettinger@lua.saarland.de


Öffnungszeiten


Die Ausstellung ist von Dienstag bis Sonntag von 10.00 – 18.00 Uhr geöffnet. Wenn man die Insekten- und Tierarchive sehen möchte, muss man vorher telefonisch einen Termin ausmachen. Wochenende und außerhalb der angegebenen Zeiten ebenfalls nach telefonischer Vereinbarung.


Eintritt


2,- €, für Jugendliche bis 16 Jahre ist der Eintritt frei. Das Kombiticket mit der Ausstellung „Das Erbe“ kostet 7,- €.


Anfahrt


Von der A 6/A 8 oder A 1/A 8 aus Richtung Kaiserslautern, Saarbrücken oder Trier bis Ausfahrt Nr. 21 Elversberg. Rechts Richtung Elversberg, sofort links Richtung Bildstock bis zum Kreisel. Erste raus Richtung Schiffweiler, Hauptstraße weiter, Ortsausgang weiter bis Kreisel, zweite raus Richtung Schiffweiler. Der Beschilderung zum Gondwana Park folgen.

Von der B 41 aus Richtung Idar Oberstein, Nohfelden und St. Wendel bis vor Neunkirchen den Kreisel rechts umfahren und den nächsten Kreisel wieder rechts umfahren auf die L 129 Richtung Schiffweiler. In Landsweiler Reden geradeaus über die Kreuzung mit Ampel, geradeaus weiter bis zum Ortsausgang. An der nächsten Kreuzung links Richtung Friedrichsthal. Der Beschilderung zum Gondwana Park folgen.

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja