Buchstabenwürfel bilden den Schriftzug Long Covid neben Blutprobe und Coronavirus-Modell (Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Christian Ohde)

Sorgen wegen Long-Covid-Syndrom

Steffani Balle   11.09.2021 | 09:35 Uhr

Im Saarland könnte es zu mehreren tausend Fällen des Long-Covid-Syndroms kommen. Laut vieler Experten entwickelt etwa jeder Zehnte Coronapatient diese Spätfolge einer Erkrankung.

Geschätzt entwickeln 40 Prozent aller beatmeten Covid- Patienten und etwa zehn Prozent aller jemals Infizierten ein Long-Covid-Syndrom. Bei rund 45.500 jemals im Saarland Infizierten müssten das rechnerisch also mehrere tausend Patienten sein, die an Spätfolgen der Corona- Infektion leiden.

Keine Erfassung

Derzeit werden in saarländischen Kliniken drei Patienten mit Long-Covid-Syndrom behandelt. Sie liegen alle drei auf der Intensiv-Station und müssen beatmet werden. Wie viele Long-Covid-Patienten derzeit ambulant behandelt werden, ist nicht bekannt. Das wird nicht zentral erfasst, weil es noch keinen spezifischen Abrechnungsschlüssel für die niedergelassenen Ärzte gibt und Long-Covid-Patienten in saarländischen Krankenhäusern erst seit Mitte Juli erfasst werden.

Eine Leitlinie der Ärzteschaft, die Mitte August veröffentlicht wurde, erfasst rund 200 Symptome, die als Folge einer Corona- Infektion auftreten können, unabhängig vom Schweregrad der Infektion. Die Therapie erfolgt in allen Fällen symptomatisch, also gegen jedes Symptom einzeln.

Eine Studie an der Uniklinik des Saarlandes befasst sich mit den Spätfolgen einer Corona- Infektion. Allerdings sind die Probanden zufällig aus denjenigen zusammengesetzt, die zur Nachsorge- Sprechstunde kommen und sich dazu bereiterklären. Einen nationalen Aktionsplan Post Covid hat die Gesundheitsministerkonferenz zwar schon Mitte Juni gefordert, umgesetzt davon ist aber noch nichts.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 11.09.2021 berichtet.

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