Vorsicht vor unseriösen Trading-Plattformen

Vorsicht vor unseriösen Trading-Plattformen

Video [SR 3, Karin Mayer, 04.03.2020, Länge: 01:11 Min.]

Karin Mayer   04.03.2020 | 10:00 Uhr

Sie versprechen hohe Gewinne, sie werben im Internet für hochspekulative Geldanlagen: Trading-Plattformen. Die Bankenaufsicht Bafin und das Bundeskriminalamt warnen nun vor unseriösen Geschäftemachern. Trotzdem sind die Plattformen immer noch erfolgreich.

Aus 250 Euro mach 91.000 Euro

Für Birgit B. fing alles mit einer Werbung auf einer Internetseite an. Die Trading-Plattform OMC versprach hohe Gewinne. Geworben wurde mit Prominenten, die angeblich viel Geld über die Plattform gewonnen haben. Birgit und Peter B. investierten 250 Euro und erhielten ab dann regelmäßig Anrufe. Sie sollten weitere 3000 bis 4000 Euro einbezahlen, um stärker zu profitieren. Obwohl das Ehepaar das verweigerte, stieg das Guthaben auf dem fiktiven Konto auf sage und schreibe 91.000 Euro. Als Birgit B. die Auszahlung forderte, sollte sie erst die Gebühren in Höhe von 24.000 Euro überweisen, ansonsten würden hohe Gebührenzahlungen drohen.

Keine Gebühren zahlen

Deshalb wandte sich das Ehepaar B. an Thomas Beutler von der Verbraucherzentrale des Saarlandes. Sein Hinweis: Vorleistungen für eine Auszahlung fielen grundsätzlich nicht an. Es handele sich vielmehr um Betrug.

Sowohl die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin als auch das Bundeskriminalamt warnen bereits vor solchen Online-Händlern. Im Fall der Plattform OMC hat die Bafin bereits ein Verbot ausgesprochen. Thomas Beutler hat die Erfahrung gemacht, dass die Anbieter dann unter neuem Namen auftauchen.

Wie erkennt man unseriöse Trading-Plattformen?

Für Thomas Beutler fängt es schon bei den versprochenen Gewinnen an: Es gebe keine Geheimformel, um Geld zu verdienen. Wenn jemand extrem hohe Gewinne verspreche, sei grundsätzlich Misstrauen angesagt. „Diese Trading-Plattformen schießen wie Pilze aus dem Boden und haben alle ihren Sitz im nicht-europäischen Ausland.“

Sein Tipp: im Impressum des Anbieters nachschauen. Hier kann man sehen, ob der Anbieter eine Bafin-Zulassung hat, bestenfalls in Deutschland. Beutler rät generell davon ab, Geld bei Trading-Plattformen zu investieren. Für „normale“ Anleger seien sie nicht geeignet.

Geld zurück?

Birgit und Peter B. haben 250 Euro an die Plattform überwiesen. Andere zahlten noch mehr ein und würden ihr Geld nicht wiedersehen, sagt der Verbraucherschützer. Die Anbieter säßen im Ausland und seien nicht greifbar. Umgekehrt müsse man auf Gebührenforderungen auch nicht eingehen.

Bafin melden, Strafanzeige stellen

Wer Geld über Trading-Plattformen verloren hat, kann den Fall bei der Bafin melden. Außerdem rät Thomas Beutler auch Strafanzeige zu stellen. Auf Anrufe der Plattformen zuhause sollte man nicht reagieren, am besten den Hörer auflegen, so der Verbraucherberater.

Bafin und BKA warnen vor betrügerischen Anleihe-Plattformen

Seit vergangener Woche hat die Bafin dem Trader OMC Markets den Handel untersagt. Die Bankenaufsicht Bafin und das Bundeskriminalamt warnen generell vor betrügerischen Anleihe-Plattformen. Kunden würden von diesen Plattformen telefonisch betreut. Die hohen Gewinne könnten die Kunden sich aber nicht ausbezahlen lassen.

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