das Prüfzeichen des Deutschen Instituts für Soziale Fragen (DZI) auf einer Spendenbox (Foto: SR)

Richtig spenden - aber wie?

Yvonne Schleinhege   12.11.2018 | 10:20 Uhr

Ob für Flüchtlinge, Kinder in Not oder den Tierschutz - vor Weihnachten wird verstärkt zu Spenden aufgerufen. Allerdings nimmt auch die Zahl der Vereine und Organisationen zu, die Spenden sammeln. Worauf man beim Spenden achten sollte, darüber informiert der SR 3-Verbrauchertipp.

Egal ob Spendensammler in den Fußgängerzonen, Spendenaufrufe im Briefkasten oder via Internet – eines ist immer wichtig: Nicht übereilt und unüberlegt spenden. Wer von Spendensammlern bedrängt wird oder wenn der Aufruf auf mitleiderregende Texte und Bilder setzt, sollte man misstrauisch werden. Daher sei es wichtig, vor der Spende selbst Informationen einzuholen und erst dann zu spenden, sagt Eva-Maria Loch von der Verbraucherzentrale Saarland

Transparenz und Offenheit

Die Vereine sollten Fragen zu ihrer Organisation offen beantworten, außerdem sollten sie Finanz- und Tätigkeitsberichte zu Verfügung stellen. Informieren kann man sich auch auf den Internetseiten der Organisationen. Hier sollte der Verein immer auch eine konkrete verantwortliche Person und eine Adresse angeben. Stehe dort nur eine Postfachadresse, sollte man misstrauisch werden, sagt Eva-Maria Loch. Sinnvoll kann es auch sein, einfach mal im Internet nach Informationen über den Verein zu suchen, zum Beispiel Erfahrungen von anderen Spendern.

Das DZI-Spendensiegel

Ein Anhaltspunkt, seriöse von unseriösen Spendensammlern zu unterscheiden, ist das Spendensiegel des DZI, des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen. Das DZI überprüft die Organisationen jährlich. Allerdings kostet das Siegel eine Bearbeitungsgebühr und kann nur von überregionalen Vereinen beantragt werden. Aktuell sind das mehr als 200. Auch kleinere regionale Spendenorganisationen ohne DZI-Spendensiegel könnten durchaus seriös sein, so Eva-Maria Loch. Hier sollte man sich selbst informieren. So erteilt das DZI auch Auskunft über Vereine ohne Spendensiegel. Die entsprechende Datenbank gibt es unter www.dzi.de.

Nicht nach dem Gießkannenprinzip

Hat man eine passende Spendenorganisation gefunden und möchte spenden, rät die Verbraucherzentrale jedoch vom Prinzip Gießkanne ab. Statt kleiner Beträge an viele Organisationen sollte man lieber etwas mehr Geld an eine einzelne Organisation zahlen, denn jede Spende ist mit Verwaltungskosten verbunden, so die Verbraucherschützerin.

Ideal ist zudem eine freie, nicht zweckgebundene Spende. Heißt: nicht zweckgebunden spenden, etwa bei aktuellen Katastrophen und Notlagen, sondern ohne konkreten Verwendungszweck, so hat die Hilfsorganisation mehr Spielraum.

Vorsicht bei Fördermitgliedschaften

Besonders vorsichtig sollte man bei sogenannten Fördermitgliedschaften sein, denn das bedeutet häufig einen Vertrag über eine monatliche Spende. Oft wird mit solchen Mitgliedschaften auf der Straße oder an der Haustür geworben. Mit einer Unterschrift über einen Vertrag bindet man sich über Jahre oder Monate an einen Verein. Anders als bei Käufen an der Haustür besteht bei einem „Vereinseintritt“ kein Widerrufsrecht. Die Mitgliedschaft ist also bindend

Spenden im Internet

Viele Hilfsorganisationen nutzen mittlerweile auch Mails und Spendenaufrufe - zum Beispiel in den sozialen Netzwerken. Auch hier sollte man sich umfassend informieren. Eine professionelle Homepage bedeutet da nicht zwangsläufig, dass der Verein auch seriös ist. Deshalb sollte man auf jeden Fall darauf achten, dass im Impressum „richtige“ Adressen verwendet werden.

Spendet man im Internet, sollte man auch auf die sichere Zahlung achten. Das DZI empfiehlt entweder das Lastschriftverfahren per Bankeinzug (sechs Wochen Widerrufsrecht), die Zahlung per Kreditkarte oder ganz einfach per Überweisung.  

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 12.11.2018 im Rahmen der ARD Themenwoche auf SR 3 Saarlandwelle

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