Immobilienpreise (Foto: dpa)

Kaufen oder mieten?

Karin Mayer   31.07.2019 | 10:40 Uhr

Das eigene Haus, die eigene Wohnung – fast 80 Prozent der Deutschen halten das Eigenheim für die ideale Altersvorsorge. Das geht aus einer Umfrage der Deutschen Rentenversicherung hervor. Doch die Immobilienpreise steigen seit Jahren. Ob sich der Kauf noch lohnt, ist Thema im SR3 Verbrauchertipp.

Höhere Preise, niedrige Zinsen

Nie waren Immobilienkredite so günstig wie jetzt. Mit Zinsen unter 0,5 Prozent lassen sich auch höhere Kaufpreise verschmerzen. Aber die Preise steigen weiter. Im vierten Quartal 2018 waren im Bundesdurchschnitt Einfamilienhäuser 8,2 Prozent teurer als im Vorjahreszeitraum. Eigentumswohnungen kosteten durchschnittlich 5,6 Prozent mehr. Das hat das Forschungsinstitut des Verbands der deutschen Pfandbriefbanken ermittelt und dafür 360.000 Immobilienverkäufe ausgewertet. Im Saarland fallen die Preissteigerungen geringer aus: Einfamilienhäuser in Saarbrücken waren demnach um 6,4 Prozent teurer, in Saarlouis um 4,3 Prozent. Eigentumswohnungen in Saarbrücken waren um 4,6 Prozent teurer.

Mieten steigen langsamer

Die Immobilienpreise sind an vielen Standorten deutlich stärker gestiegen als die Mieten. Vor allem in den Ballungsräumen fällt die Kaufpreissteigerung fast doppelt so hoch aus wie der Mietpreisanstieg. In Saarbrücken ist die Entwicklung zwischen Kaufen und Mieten recht ähnlich. Neuvertragsmieten lagen Ende 2018 um 3,8 Prozent höher als im Vorjahr. 

Kaufpreis-Miete-Verhältnis

Das Verhältnis von Mietkosten und Kaufpreis muss stimmen. Übersteigt der Kaufpreis mehr als das 25-fache einer Jahresmiete für eine vergleichbare Wohnung, dann ist die Wohnung relativ teuer, so Heike Nicodemus von Stiftung Warentest. Erreicht der Kaufpreis das 30-fache einer Jahresmiete, so rät sie vom Kauf ab. Was darunter liegt ist günstig. 

Mehr Eigenkapital nötig

Je höher der Preis, desto mehr Eigenkapital braucht ein Käufer. 20 Prozent empfiehlt Heike Nicodemus. Außerdem sollte der Käufer, die Kaufnebenkosten wie Grundbucheintrag, Grunderwerbssteuer und Notarkosten aus eigener Kasse bezahlen können. Andere Ratgeber schlagen sogar 40 Prozent Eigenkapital vor. Klar ist: je weniger Kreditfinanzierung, desto niedriger letztendlich die Kosten. 

Was beim Kauf entscheiden kann

-      Lage der Immobilie

-      erwartete Preisentwicklung am Standort

-      Leerstand im Umfeld 

Auf günstige Finanzierung achten

Wer einen Immobilienkredit abschließt, legt sich über Jahre fest. Preise vergleichen und mehrere Angebote einholen, macht also Sinn. Die Zeitschrift Finanztest rät einen Kreditvermittler in Anspruch zu nehmen. Die Vermittler bekommen oft günstigere Konditionen als der einzelne Verbraucher, so Heike Nicodemus von Stiftung Warentest. Sie haben zudem viele Produkte im Angebot und können das Beste auswählen. Wer diesen Preis kennt, kann immer noch zur Hausbank gehen und nachfragen. 

 Weitere Informationen: Finanztest 8/2019

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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