So mancher Schlüsseldienst erweist sich als sehr teuer.  (Foto: Kaffee / Pixabay)

Abzocke bei Dienstleistungen im Haus

Sarah Sassou   10.03.2020 | 10:00 Uhr

Das Szenario: Der Haustürschlüssel liegt in der Wohnung und man selbst steht vor verschlossener Tür. Oder: Ausgerechnet am Wochenende fällt die Heizung aus. In solchen Situationen braucht man schnell professionelle Unterstützung. Ohne an Unternehmen zu geraten, die Abzocke betreiben. Immer wieder melden sich Menschen bei den Verbraucherzentralen, die viel zu viel für eine solche Dienstleistung bezahlt haben.

Teurer Schädlingsbekämpfer

Helga K. aus Dudweiler entdeckte kurz vor Beginn der Heizperiode ein Wespennest im Kaminschacht. Ein Bekannter der sehbehinderten Frau suchte ihr einen Schädlingsbekämpfer im Internet heraus. Einen Preis für die Dienstleistung habe er vorab nicht nennen können, sagt Helga K. Die Frau ließ den Schädlingsbekämpfer trotzdem kommen. Er habe Insektengift gesprüht, damit einen Explosion verursacht und einen der Öfen beschädigt. Für den Schaden wollte er nicht aufkommen, dafür verlangte er für seine Arbeit fast 600 Euro – die Frau K. auch sofort bezahlte. Erst ein paar Tage später kamen der Seniorin  Zweifel an der Richtigkeit der Rechnung, sie meldete sich bei der Verbraucherzentrale. Bis heute warte sie auf eine Reaktion der Firma. Offenbar handele es sich um eine Briefkastenfirma.

Unseriöse Schlüsseldienste

Auch unter Schlüsseldiensten finden sich oft schwarze Schafe, die aus Sicht von Verbraucherschützern zu viel berechnen. Bei Désirée Fuchs von der Verbraucherzentrale Saarland hat sich zum Beispiel eine Seniorin gemeldet. Er sollte ihre Haustür öffnen, weil sie sich ausgesperrt hatte. Ein Nachbar hatte seine Nummer im Internet  gefunden – der Betrieb hatte sich als ortsansässig ausgegeben. Ein Mitarbeiter erschien, allerdings erst nach 18 Uhr. Für den Einsatz außerhalb der üblichen Zeiten berechnete er einen Zuschlag, ebenso für die Anfahrt.  Die Rechnung betrug am Ende 600 Euro, ohne dass es dem Dienstleister gelang die Tür zu öffnen. Er habe den Bohrer im Schloss abgebrochen, die Seniorin musste sich ein neues Schloss einbauen lassen – von einer anderen Firma.

Um solche teuren Überraschungen zu vermeiden, sollte man folgendes brachten.

  • Beim Anruf nachfragen, ob die Firma tatsächlich ihren Sitz in der Nähe des Einsatzortes hat.
  • Sofort nach den Kosten fragen und sich auch nicht mit Ausflüchten abspeisen lassen, dass erst vor Ort geschaut werden müsse.
  •  Im Zweifel ein zweites Angebot einholen, um vergleichen zu können.

Situation richtig einschätzen

Um zu vermeiden, dass man solche Abzocker überhaupt engagiert, gelte es zunächst, Ruhe zu bewahren, sagt Verbraucherschützerin Désirée Fuchs. Habe man sich tagsüber ausgesperrt, sollte man einen örtlichen Schlüsseldienst anrufen. Den kann man zum Beispiel an der Ortsvorwahl erkennen. Habe man etwa Mäuse im Haus entdeckt oder ein Wespennest, sollte man sich erst einmal bewusst machen, dass man zunächst auch ohne große Einschränkungen mit den störenden Mitbewohnern weiterleben könnte. Denn Abzocker-Firmen – gleich welcher Branche - setzten auf Panik und Ängste der Kunden.

Abzocker vor Beauftragung entlarven

Um solche teuren Überraschungen zu vermeiden, sollte man folgendes brachten:

  • Beim Anruf nachfragen, ob die Firma tatsächlich ihren Sitz in der Nähe des Einsatzortes hat.
  • Sofort nach den Kosten fragen und sich auch nicht mit Ausflüchten abspeisen lassen, dass erst vor Ort geschaut werden müsse.
  •  Im Zweifel ein zweites Angebot einholen, um vergleichen zu können.
  • Ist der Dienstleister schon vor Ort, zu Beginn der Arbeiten noch  mal über den Preis sprechen.
  • Hat man Zweifel an der Richtigkeit der Rechnung, auf keinen Fall sofort zahlen oder etwas unterschreiben, sondern darauf bestehen, die Rechnung noch einmal prüfen zu lassen.
  • Sich nicht unter Druck setzen lassen, im Zweifel die Polizei anrufen.

 

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