Notgeld mit dem Portrait des Gernerals Paul Emil von Lettow-Vorbeck (Foto: picture alliance / akg-images)

Paul von Lettow-Vorbeck - ein Mythos zerbricht

 

Als unbesiegter, ritterlicher Kriegsheld wurde Paul von Lettow-Vorbeck zu seinen Lebzeiten verehrt – und auch noch lange darüber hinaus. Doch seit einigen Jahren bröckelt der Mythos um den sogenannten „Löwen von Afrika“, der am 20. März 1870 in Saarlouis geboren wurde. Denn Lettow-Vorbecks Militäreinsätze in den ehemaligen deutschen Kolonien waren – besonders den Einheimischen gegenüber – von Rücksichtslosigkeit und Grausamkeit geprägt.

Sendung: Sonntag 15.03.2020 12.30 Uhr

Ein Feature von Roswitha Böhm

Vor gut einhundert Jahren ist er der Mann der Stunde: Nach dem ersten Weltkrieg kehrt Paul von Lettow-Vorbeck als einziger deutscher General unbesiegt von seinem Feldzug in Deutsch-Ostafrika zurück. Um seinen Einsatz ranken sich Legenden. Man sieht ihn als fairen Anführer und geschickten Strategen, von den Afrikanern geliebt und von seinen Gegnern geachtet.

Dieser Mythos überdauert. Noch im Jahr 1970 wird Lettow-Vorbecks 100. Geburtstag in seiner Geburtsstadt Saarlouis groß gefeiert. Heute, zu seinem 150. Geburtstag, bleibt es still in der Stadt. Denn mit dem ehemaligen Ehrenbürger möchte Saarlouis nichts mehr zu tun haben.

„Wir haben es mit jemandem zu tun, der befehlswidrig handelte und im Grunde Schuld war, dass über eine Millionen Menschen völlig sinnlos starben in diesem Krieg.“ (Historiker Jürgen Zimmerer)
Paul Emil von Lettow-Vorbeck (1870-1964) (Foto: picture alliance / Mary Evans Picture Library)
Paul Emil von Lettow-Vorbeck (1870-1964)

Ritterlich? Fair? Beliebt bei den Einheimischen? In den vergangenen Jahren hat sich die Geschichtswissenschaft die Legenden um den Kolonial-General vorgenommen. Viel übrig geblieben ist davon nicht. Stattdessen sind sich heute viele Historiker einig: Paul von Lettow-Vorbeck ist nicht länger verehrungswürdig. Und war es eigentlich nie.

SR 3-Reporterin Roswitha Böhm hat sich kritisch mit seinem Mythos auseinandergesetzt, historische Quellen ausgewertet und mit Geschichtswissenschaftlern und Vertretern der Herero in Deutschland gesprochen. Das Ergebnis hören Sie im „Land und Leute“-Feature am 15. März 2020, um 12.30 Uhr auf SR 3 Saarlandwelle.

Im Anschluss an die Sendung ist das Feature auch als SR 3-Podcast-Angebot und auf YouTube abrufbar.


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Land und Leute (Foto: SR)
Land und Leute

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