"Land und Leute": Bonjour, Tristesse? Bonjour, Behren!

Bonjour, Tristesse? Bonjour, Behren!

"Land & Leute"

 

Anfang der 50er wurde Behren-lès-Forbach - kurz Behren genannt - als Arbeitersiedlung gebaut. Mit dem Ende des Bergbaus verschwanden die Arbeitsplätze, geblieben sind die, die sich einen Wegzug nicht leisten konnten. Doch die Stadt und ihre Bewohner geben sich nicht auf. Ein Feature von Carolin Dylla. Zu hören am Sonntag auf SR 3. Im Anschluss auch als Podcast und auf YouTube.

Sendung: Sonntag 04.07.2021 12:30 Uhr

Ein Feature von Carolin Dylla

Bonjour, Tristesse - zugegeben ist das der erste Eindruck von Behren-lès-Forbach. Die ehemalige lothringische Bergarbeiter-Stadt kurz hinter der deutsch-französischen Grenze hat eindeutig bessere Zeiten erlebt. Ab Mitte der 50er Jahre wurden „Behren“, wie die Stadt oft einfach nur genannt wird, gebaut – als Wohnort für die Arbeiterinnen und Arbeiter, die die staatliche Gesellschaft Houillières du Bassin de Lorraine (HBL) angeheuert hatte. Sehr viele von ihnen kamen aus Italien, Spanien, Polen – aber auch aus den Maghreb-Staaten Algerien und Marokko. Lange Zeit galt Behren als Vorbild dafür, wie das Zusammenleben unterschiedlichster Nationen, Kulturen und Religionen gelingen kann.

Mit dem Ende Kohle-Ära in Lothringen aber verschwanden die Jobs, mit ihnen die Menschen – und die Probleme kamen. Geblieben sind vor allem die, die nicht gehen konnten: die wirtschaftlich weniger Privilegierten. In Behren sind die Umbrüche und Brüche in der Region nach dem Ende des Bergbaus direkt erlebbar.

Behren (Foto: SR)

Inzwischen gibt es so gut wie keine Geschäfte mehr, kaum Freizeitangebote. Und vor allem kaum Jobs für junge Menschen. Immer wieder machte die Stadt Schlagzeilen wegen jugendlicher Randale und brennender Autos. „Manchmal ist es schon eine Art Ghetto“ - das sagen sogar diejenigen über Behren, die gern hier wohnen und auf jeden Fall bleiben wollen.

Und das sind viele. Denn trotz aller Schwierigkeiten halten die „Behrinois“ zusammen, unterstützen sich gegenseitig, wo sie nur können. Und halten die Stadt dank einer Vielzahl von Vereinen lebendig.

SR 3-Reporterin Carolin Dylla war in Behren-lès-Forbach unterwegs und hat mit den Bewohnern gesprochen: über Behren und sein – aus ihrer Sicht verzerrtes – Image. Über die vielen Schwierigkeiten und Herausforderungen. Aber auch und vor allem darüber, warum Behren aus ihrer Sicht lebenswerter ist als die meisten anderen Städte. Und warum selbst die, die gegangen sind, immer wieder zurückkommen.

Das „Land und Leute“-Feaure am 04. Juli 2021 um 12.30 Uhr auf SR 3 Saarlandwelle. Im Anschluss an die Sendung auch als SR 3 Podcast und auf YouTube.


Land und Leute als Podcast


Land und Leute (Foto: SR)
Land und Leute

Das SR 3-Sonntags-Feature mit seinen Geschichten aus der Region gibt es auch als Podcast.

Die letzten Beiträge zum Anhören gibt es [hier]


http://pcast.sr-online.de/feeds/land-und-leute/feed.xml
iTunes:
pcast://pcast.sr-online.de/feeds/land-und-leute/feed.xml

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja